KStA 24.01.2007

Zur Geschichte

VON RALPH JANSEN

Im Jahr 1028 schenkte Pfalzgraf Ezzo Besitzungen in Glessen der Abtei Brauweiler. Dieses Datum gilt als die früheste Erwähnung des Ortes.

Im 18. Jahrhundert besaß das Familienkloster der Pfalzgrafen dort noch fast 80 Morgen Land. Über einen größeren Landbesitzauf dem Gebiet von Glessen verfügte die Abtei Kornelimünster, die erstmals 1407 in Glessen vier Höfe ihr Eigen nannte. Die Grundherrschaft der Abtei Kornelimünster führte dazu, dass Glessen Bestandteil des Gerichtes Bergheimer Dorf wurde. Die Vogtei über diesen Gerichtsbezirk erhielten 1225 die Grafen von Jülich von den Pfalzgrafen als Lehen übertragen.

Die Jülicher Grafen waren aber nicht nur Gerichtsherren in Glessen, sie erwarben dort auch selbst Grundbesitz. Seit 1271 besaßen die Herren von Bergheim aus dem Jülicher Grafenhaus einen Hof in Glessen sowie Ackerland, eine Mühle und Wälder. Sie waren Lehnsherren des Rittersitzes Gut Neuhof bei Glessen. Von diesem wehrhaften Adelssitz hat sich in Glessen bis heute die aus dem 15. Jahrhundert stammende Torburg erhalten.

Auch eine Kapelle wird im Jahr 1120 in Glessen genannt, die der Mutterkirche im heutigen Pulheimer Stadtteil Sinthern unterstand. Im Jahr 1200 wurde sie von der Abtei Brauweiler einverleibt und später im Jahr 1801 zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Anstelle der alten Kirche entstand in den Jahren 1863 bis 1865 ein Neubau nach Plänen des Kreisbaumeisters Müller.

Während des Mittelalters und der frühen Neuzeit gehörte der stark landwirtschaftlich geprägte Ort Glessen nicht allein zum Gerichtsbezirk Bergheimer Dorf, sondern auch zum Amt Bergheim innerhalb des Herzogtums Jülich. 1797 wird Glessen nach dem Abtritt des linken Rheinufers französisch. Seit 1801 unterstand der Ort in Verwaltungsfragen der Bürgermeisterei Hüchelhoven. Seit der Kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 ist Glessen ein Stadtteil der Kreisstadt Bergheim.

Heute gehört Glessen mit über 5400 Einwohnern zu den bevölkerungsreicheren Stadtteilen Bergheims - zum Vergleich: Im Jahr 1816 waren es nur 808. Im Dezember 1975 wurde der erste Bauabschnitt der katholischen Glessener Rochus-Grundschule fertiggestellt. Damit standen den damals 300 Kindern aus Glessen und Fliesteden vier Klassenräume mit Nebenräumen und Turnhalle zur Verfügung. Die beiden dritten und vierten Klassen bezogen nach den Weihnachtsferien den Neubau, während die anderen Klassen weiterhin im Altbau an der Hohe Straße unterrichtet wurden. Durch einen Anbau an die Grundschule soll die Zweiteilung nun überwunden werden.

In der alten Schule ist derzeit nicht nur die Betreuungsgruppe der Rochus-Grundschule, sondern auch der Kinder- und Jugendtreff „Checkpoint“ untergebracht, der von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird.

Zur gleichen Zeit wie die Grundschule nahm auch der Kindergarten „Rasselbande“ am Sieberath seine Arbeit auf. Auch er wurde zwischenzeitlich erweitert. (rj)

http://www.ksta.de/html/artikel/1162473308426.shtml

Gerda Korth: Glessener Geschichtszahlen


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