AKTUELLES 20052006200720082009/102011/12 2013/14 2015/2016 Archiv


Studie "Europe's Dark Cloud" der Health and Environment Alliance (HEAL), WWF, Climate Action Network (CAN) und Sandbag - 04.07.2016

Unter derselben Staubglocke

Wie EU-Kohlestaaten den ganzen Kontinent schädigen - Analyse der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung und Klimaauswirkungen


Das Kraftwerk Niederaußem in Bergheim: Kohlekraftwerke können die Luftqualität über große Entfernungen beeinflussen - und damit die Gesundheit vieler Europäer. (Foto: Getty Images)

Kohlekraftwerke kennen keine Grenzen - ihre Emissionen in Form von Feinstaubpartikeln und klimaschädlichen Treibhausgasen verschmutzen länderübergreifend. Ein EU-weiter Kohleausstieg würde daher allen Bürgern des Kontinents zu Gute kommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die die Health and Environment Alliance (HEAL), WWF, Climate Action Network (CAN) und Sandbag heute veröffentlicht haben.

Der Report mit dem Titel "Europe's Dark Cloud" zeigt erstmals die grenzüberschreitenden Gesundheitsfolgen durch Luftverschmutzung von europäischen Kohlekraftwerken. Dabei sind Auswertungen von 257 der 280 Kraftwerke verfügbar. Diese zeigen, dass die Emissionen aller Kraftwerke für 22.900 vorzeitige Todesfälle, zehntausende von Herz- und Lungenkrankheitsfällen und bis zu 62,3 Milliarden an Gesundheitskosten verantwortlich sind.

Die fünf EU-Staaten, die mit schmutzigen Kohlekraftwerken am meisten den Kontinent belasten, sind Polen, dessen Kraftwerke jährlich europaweit 5.830 vorzeitige Todesfälle verursachen, Deutschland mit 4.350 Fällen sowie Großbritannien (2.860), Rumänien (2.170) und Bulgarien (1.570).

Die fünf EU-Staaten, die am meisten unter Kohleschadstoffen leiden, sind Deutschland (3.630 vorzeitige Todesfälle durch eigene und fremde Kraftwerke), Großbritannien (2.100), Polen (1.860), Italien (1.610) und Frankreich (1.380).

Die Studie stellt klar, dass jedes einzelne geschlossene Kohlekraftwerk eine deutliche Verbesserung für die gesundheitliche Situation der Anwohner aber auch für Menschen in der weiteren Umgebung und sogar in Nachbarländern bedeutet: Der in Großbritannien bis 2025 geplante Kohleausstieg könnte jährlich bis zu 2870 vorzeitige Todesfälle verhindern - davon mehr als 1300 auf dem europäischen Festland.

Ein deutscher Kohleausstieg könnte in der Bundesrepublik jedes Jahr mehr als 1860 vorzeitige Todesfälle verhindern und im Ausland sogar 2490.

"Der Report bestätigt erneut, dass unsere Abhängigkeit von Kohlestrom auf den Rücken der Menschen ausgetragen wird und alle Europäer einen hohen gesundheitlichen Preis dafür zahlen. Im Alleingang wird jedoch kein EU-Land das Problem der Luftverschmutzung lösen können. Wir hoffen daher, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten sich die Ergebnisse wirklich zu Herzen nehmen und für saubere Luft kämpfen", sagt Julia Huscher, Referentin für Energie und Gesundheit von der Health and Environment Alliance (HEAL).

"Eines ist klar: Wir brauchen einen europaweiten Kohleausstieg. Das muss sowohl von der EU-Klimapolitik als auch in den Kohleländern selbst vorangetrieben werden. Kohlestromerzeugung hat verheerende Folgen für das Klima und die Gesundheit der Europäer. Es liegt im Interesse aller, gemeinsam einen Kohleausstieg in allen EU-Staaten einzuleiten", sagt Viviane Raddatz, Klimaschutzreferentin beim WWF Deutschland. "Für Deutschland fordern wir, vorauszugehen und in den kommenden Monaten einen sozialverträglichen Fahrplan zum Ausstieg aus der Kohleverstromung zu beschließen, der bis spätestens 2035 komplett umgesetzt wird."

Hintergrund:

Weiterführende Zitate - Fachmediziner unterstützen die Aussagen des "Dark Cloud" Reports:

"Die Ergebnisse der Studie beruhen auf dem aktuellen Wissensstand zu den Auswirkungen von Feinstaub und den Erkenntnissen großer epidemiologischer Studien. Die Zahlen zeigen somit in korrekter Weise auf, wie groß die Auswirkungen der Kraftwerksemissionen auf die Sterblichkeit sind. Insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle spielen bei den Folgen der Feinstaubbelastung eine gravierende Rolle", sagt Prof. Dr. Annette Peters, Leiterin des Instituts Epidemiologie II, Helmholtz-Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt.

"Autoabgase waren in letzter Zeit beständig Thema in der Presse, doch andere Feinstaubquellen wie Kohlekraftwerke sind genauso wichtig. Der "Dark Cloud"-Report zeigt klar auf, das Kohlekraftwerke eine nicht zu vernachlässigende Quelle für Luftschadstoffemissionen sind. Außerdem legt die Studie zum ersten Mal offen, wie EU-Nachbarstaaten sich mit ihren Kohlekraftwerken gegenseitig schädigen und welche Gesundheitsfolgen und -kosten dadurch in den einzelnen Ländern entstehen. Diese Zahlen liefern ein weiteres starkes Argument für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung", sagt Dr. Joachim Heinrich, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität, München.

"Millionen von Menschen sterben weltweit jedes Jahr an den Folgen der Luftverschmutzung. Der Klimawandel bringt steigende Temperaturen mit sich, die das Problem verschärfen werden. Doch es gibt eine gute Nachricht: Denn indem wir weniger fossile Energien nutzen - und das betrifft auch Kohle - können wir die Luftqualität steigern, den Klimawandel abschwächen und einen Beitrag zur Lösung der größten Herausforderung für die öffentliche Gesundheit liefern", sagt Dr. Roberto Bertollini, Leitender Wissenschaftler und Repräsentant der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Europäischen Union.

"Für keine andere Energiequelle zahlen wir einen so hohen Preis an externen Gesundheitskosten wie bei Kohle. Die Kosten für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen lassen sich zum Teil durch damit einhergehende sinkende Gesundheitskosten finanzieren", bemerkt Professor Paul Wilkinson, London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM).

"Diese Studie liefert vertiefende Informationen zu den schädlichen Folgen, die Kohleverstromung für unsere Gesundheit hat. Sie zeigt uns, dass dieses Problem jeden angeht. Die schädlichen Abgase und Feinstaubemissionen jedes einzelnen Kraftwerks können krank machen und der Volksgesundheit teuer zu stehen kommen. Daher brauchen wir einen kompletten Kohle-Ausstieg", fordert Dr. Michal Krzyzanowski, ehemals Experte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Luftqualität und derzeit Visiting Professor der Environmental Research Group des King's College London.

Europe's dark cloud report [PDF, 3 MB]

National sheets - Dark Cloud [PDF, 875 KB]

Quelle: http://www.wwf.de/2016/juli/unter-derselben-staubglocke/


Informationsveranstaltung zu TTIP in Frechen - 02.06.2016

TTIP - Vier Buchstaben, viele Fragen

Werner Rügemer: "Es geht nicht um Freihandel."

Moderator, Journalist und Autor Jürgen Streich aus Frechen-Königsdorf: "Unter diesem Titel hatte die Frechener SPD kürzlich zu einer öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ins Restaurant Schützenhaus eingeladen.

Der Referent, der Journalist, Buchautor und Privatdozent Dr. Werner Rügemer aus Köln und ich als Moderator - wir beide gehören der SPD nicht an -, waren u.a. aus folgenden Gründen sehr angetan von dem Abend: Der Saal war nicht nur gut gefüllt, sondern es waren auch zahlreiche Besucher gekommen, die parteilos waren oder sogar Mitglieder anderer demokratischer Parteien waren.

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung von AZ-Media können Sie / könnt Ihr hier anschauen:

Video: https://www.youtube.com/v/QWWXzG4MNs0?version=3&autohide=1

Mit besten Grüßen aus Königsdorf, Ihr / Euer Jürgen Streich"


umwelt.nrw - Freitag, 01. April 2016

Jetzt ist es amtlich: Kohlekraftwerke mit Abstand wichtigster Quecksilber-Emittent in NRW.

Gutachten im Rahmen der Entwicklung einer medienübergreifenden QUECKSILBER- MINDERUNGSSTRATEGIE FÜR NORDRHEIN-WESTFALEN

Auftraggeber des Gutachtens: Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Schwannstraße 3, 40476 Düsseldorf.

Aufgrund der großen Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt hält die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen eine deutliche Reduzierung des Eintrags von Quecksilber in die Umwelt für notwendig.

Vor diesem Hintergrund hat sie Ökopol und seine Partner Ende 2014 mit der Erstellung dieses Gutachtens beauftragt, das wirksame Maßnahmen zur deutlichen Reduzierung des Quecksilbereintrags in die Umwelt aufzeigen soll. [MKULNV 2014]

Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen, Deutschlands "Energieland Nummer eins" (Ministerpräsidentin Hannelore Kraft), belasten nicht nur das Klima durch den extremen Ausstoß von Kohlendioxid, sondern auch Mensch und Natur mit Quecksilber-Emissionen. Rund 2,2 Tonnen des giftigen Elements stoßen Kohlekraftwerke des industriestärksten Bundeslandes pro Jahr aus.


[Ökopol 2015] basierend auf [LANUV 2015]
Abbildung: Anteile der Industriesektoren an den luftseitigen Quecksilberemissionen in Nordrhein-Westfalen (2012)

Insgesamt sind Industrieanlagen in NRW für rund drei Tonnen Quecksilberausstoß pro Jahr verantwortlich. Rund die Hälfte davon, nämlich 1,5 Tonnen, wird von Kohlekraftwerken im Rheinischen Braunkohlerevier ausgestoßen, ein weiteres Viertel von Steinkohlekraftwerken. Das restliche Viertel verteilt sich vor allem auf Zementwerke, Chemieanlagen, Metallhütten und Abfallverbrennung an Rhein und Ruhr.

(aus: http://www.klimaretter.info/umwelt/hintergrund/20964-quecksilber)

Download des Endberichtes des Gutachtens v. 23.03.2016:

https://www.umwelt.nrw.de/fileadmin/redaktion/PDFs/umwelt/quecksilbergutachten_endbericht_oekopol.pdf

Siehe auch:

- Frontal21 - Quecksilbergefahr aus der Kohle (16.06.2015 )

- Greenpeace-Studie - April 2015 (pdf)

- Am 2. Juni 2015 veröffentlichen die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den ersten Kohleatlas (pdf).


Bergheim-Rheidt - 23.03.2016/05.04.2016

Antrag auf Normenkontrolle beim OVG Münster eingereicht

Bebauungsplan Nr. 261/Na 'Anschlussfläche Braunkohlekraftwerk Niederaußem' der Kreisstadt Bergheim

Am 23.03.2016 haben 2 Vorstandsmitglieder der "Bürgerinitiative gegen BoA-Erweiterung Niederaußem e.V.", Big BEN e. V., über ihre Anwälte, einen Antrag auf Normenkontrolle gegen den Bebauungsplan Nr. 261/Na 'Anschlussfläche Braunkohlekraftwerk Niederaußem' der Kreisstadt Bergheim beim Oberverwaltungsgericht Münster eingereicht. (Big BEN e.V.)

Der Bebauungsplan soll das notwendige Planungsrecht für den Bau eines neuen Braunkohlenkraftwerkes mit einer Feuerungswärmeleistung von 3.304 MW-thermisch schaffen. Hierzu hat die Stadt Bergheim ein entsprechendes Sondergebiet mit einer Fläche von etwa 25 ha sowie weitere, maximal bis zum 31.12.2023 befristete Baustelleneinrichtungsflächen mit einer weiteren Fläche von 31 ha ausgewiesen. Das geplante Kraftwerk soll über einen 180 m hohen Kamin, ein 150 m hohes Kesselhaus sowie einen Hybridkühlturm mit einer Höhe von 100 m verfügen.

Die Antragsteller machen mit dem Normenkontrollantrag geltend, dass der Bau eines neuen Braunkohlenkraftwerkes mit den Zielen und Grundsätzen des Klimaschutzgesetzes NRW, des geltenden Landesentwicklungsplanes NRW sowie auch den künftigen Zielen und Grundsätzen des neuen Landesentwicklungsplanes NRW nicht vereinbar sei. Der Bau eines neuen Braunkohlenkraftwerkes sei in den gesetzlichen Zielen und Grundsätzen nicht vorgesehen und auch als "Übergangstechnologie" nicht notwendig.

Des Weiteren hätte sich der Vorhabenträger (RWE) auch nicht verpflichtet, das geplante Kraftwerk zu bauen.

Da zudem Standortalternativen im Bereich der bestehenden Kraftwerksstandorte Frimmersdorf und Niederaußem im Falle des Rückbaus stillgelegter Anlagen bestehen, sei die Inanspruchnahme des Freiraums in einer Größenordnung von 25 ha sowie bis zu 61 ha während der Baustelleneinrichtungszeit auch nicht erforderlich.

Zudem würde der Abstand von mindestens 1500 m zu vier schutzwürdigen Wohn- und Siedlungsbereichen mit mehreren tausend Einwohnern zukünftig dann mit nur noch ca. 650 und 1000 Meter Entfernung erheblich unterschritten.

So habe die Kreisstadt Bergheim darauf verzichtet, zugunsten der betroffenen Stadtteile und Anwohner und zur Erreichung von Klimaschutzzielen verbindliche Festsetzungen zu treffen.

Erschwerend komme hinzu, dass die Ermittlung und Bewertung der Lärmimmissionen an gravierenden Fehlern leide. Bereits jetzt sind flächendeckend an zahlreichen Wohngebäuden in den betroffenen Siedlungsbereichen die zulässigen Richtwerte überschritten. Es hätte dafür Sorge getragen werden müssen, dass der Anlagenbetreiber zunächst die ohnehin geltenden Richtwerte einhält, bevor Planungsrecht für ein weiteres Kraftwerk geschaffen werde.

Auch die Ermittlung und Bewertung der Auswirkungen der Verschattung und der Schwaden durch den Kraftwerksstandort sei fehlerhaft erfolgt. Auch im Falle der Stilllegung von Anlagen werde sich die Situation nicht gegenüber allen betroffenen Stadtteilen verbessern, insbesondere nicht hinsichtlich der Stadtteile Rheidt und Hüchelhoven.

Letztlich spreche schließlich vieles dafür, dass es sich nur um eine bauplanungsrechtlich unzulässige Vorratsplanung handle. Der Vorhabenträger habe sich nicht verpflichtet, das Kraftwerk tatsächlich zu bauen und in Betrieb zu nehmen.

Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerkes nicht notwendig.

Das Oberverwaltungsgericht hat die Planungen nun umfassend auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

Big BEN e.V. -Bürgerinitiative gegen BoA-Erweiterung Niederaußem - PM 05.04.2016

Fachanwalt Dr. Alexander Beutling (Kanzlei Lenz und Johlen, Köln):

Normenkontrollantrag gegen den geplanten Bau eines neuen Braunkohlekraftwerks in Bergheim-Niederaußem

https://www.lenz-johlen.de/index.php/de/aktuelles/baurecht/670-normenkontrollantrag-gegen-den-geplanten-bau-eines-neuen-braunkohlekraftwerksin-bergheim-niederaussem

Übersichtskarte der Stadt Bergheim

Bebauungsplan Nr. 261/Na: BeschlussvorlageBeschluss

125. Flächennutzungsplanänderung: BeschlussvorlageBeschluss


Siehe auch:

http://kohle-protest.de/53/


werbe-post.de - Glessener Karnevalszug 07.02.2016

Motto: „Mer jläuvt et nit, doch et es wohr: En Glessen jeiht der Zoch zick 50 Johr“

Glessen Karnevalszug - Bildergalerie (Fotos: Clemens)

Glessener Karnevalszug - Übersicht


WDR5 01.01.2016 - Zehn Neujahrsansprachen in einer

Das neue Jahr ist bekanntlich nur gültig, wenn es eine Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin gibt. Aber damit nicht genug: Auch zahlreiche Ministerpräsidenten wenden sich an ihr Volk.

Mit dabei im Neujahrs-Remix 2016 natürlich der große Star des Labels "Polit-Pop Germany", MC Merkel. Gefeatured wird die Kanzlerin von diversen Ministerpräsidenten von Bayern bis Nordrhein-Westfalen, von Sachsen bis Niedersachsen und von Thüringen bis ins Saarland. In diesem Sinne: Ihnen und Ihren Familien ein glückliches 2016!

WDR5: http://www.wdr5.de/av/videoansprachenremix100-videoplayer_size-L.html

Quelle: http://www.wdr5.de/sendungen/satire-deluxe/neujahrsremix102.html


Leitentscheidung Braunkohle: BUND fordert Tagebaustopp

In seiner jetzt veröffentlichten Stellungnahme zum Entwurf der Landesregierung für eine neue Leitentscheidung zur Zukunft des Rheinischen Braunkohlenreviers - 23.09.2015 äußert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heftige Kritik.

Eine wirklich nachhaltige Perspektive für das Rheinische Revier werde nicht aufgezeigt. Dazu würden die Klimaschutzziele deutlich verfehlt.



Download:

Entwurf der Landesregierung für eine neue Leitentscheidung zur Zukunft des Rheinischen Braunkohlenreviers - 23.09.2015

BUND-Stellungnahme - 03.12.2015: Leitentscheidung Braunkohle: BUND fordert Tagebaustopp

Quelle: http://www.bund-nrw.de

Auswirkungen der Grundwasserhaltung im Rheinischen Braunkohlenrevier

Auswirkungen der Grundwasserhaltung im Rheinischen Braunkohlenrevier auf die Topographie und die Grundwasserstände, sowie daraus resultierende Konsequenzen für Bebauung, landwirtschaftliche Flächen, Infrastruktur und Umwelt.

Studie Dr.habil. Ralf E. Krupp vom 23.07.2015 - im Auftrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Quelle: http://gruene-fraktion-nrw.de


Frontal21 16.06.2015 - Nervengift Quecksilber

Quecksilbergefahr aus der Kohle

Aus europäischen Kohlekraftwerken wird tonnenweise das Nervengift Quecksilber freigesetzt - Emittent Nummer eins ist Deutschland.

Nun hat die EU erstmals Quecksilber-Grenzwerte für Kohlekraftwerke festgelegt. Doch die halten Umweltverbände für zu lasch.

von Hans Koberstein

Der Beitrag als Video

Frontal21 über das Versagen der Politik bei einem der giftigsten Stoffe überhaupt.

Schon kleinste Mengen Quecksilber im Blut der Mutter schädigen das Gehirn des ungeborenen Babys. Die Folge: Die Intelligenz des Kindes leidet. Grund genug, die größte Quelle von Quecksilber-Emissionen in den Griff zu kriegen: Kohlekraftwerke. Sie stoßen das Nervengift gleich tonnenweise in die Luft. Die Europäische Union sollte das jetzt eigentlich regulieren und hat neue Grenzwerte vorgelegt. Doch die ändern kaum etwas. "Die Industrie hat dafür gesorgt, dass die neuen Höchstwerte äußerst großzügig ausfallen", kritisiert Christian Schaible vom Europäischen Umweltbüro. Er war Mitglied der EU-Arbeitsgruppe, welche die neuen EU-Höchstwerte festgelegt hat. Insgesamt acht Umweltschützern saßen in der Arbeitsgruppe 155 Industrievertretern gegenüber, allen voran Kraftwerksbetreiber. Sie stellten die Mehrheit.
http://www.zdf.de/frontal-21/quecksilbergefahr-aus-der-kohle-kraftwerke-stossen-tonnenweise-nervengift-aus-38873430.html

Quecksilber ist ein Nervengift. Schon kleinste Mengen können das ungeborene Baby im Mutterleib schädigen. Das Quecksilber im Blut der Mutter gelangt über die Nabelschnur in das Gehirn des ungeborenen Kindes und hemmt die Entwicklung der Nervenzellen, erklärt die Umwelttoxikologin Ellen Fritsche vom Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf. "Das Kind verliert an Intelligenz", so Fritsche. Etwa ein Drittel aller neugeborenen Babys haben eine bedenkliche Menge Quecksilber im Körper, fand jüngst eine von der EU-Kommission finanzierte Studie heraus. "Das bedeutet weniger Hochbegabte und dafür eine höhere Anzahl an mental Retardierten", erläutert Fritsche.

Nervengift gelangt in Nahrungskette

Die größte Quelle für das Nervengift in Europa sind Kohlekraftwerke, allen voran Deutschlands Braunkohlekraftwerke. Braunkohle enthält besonders viel Quecksilber, das nach der Verbrennung im Kraftwerk in die Luft gelangt.

2013 haben allein die großen Kohlekraftwerke der Stromriesen Eon, RWE und Vattenfall 3.325 Kilogramm von dem Nervengift in die Luft geblasen, so die amtlichen Zahlen aus dem europäischen Schadstoffregister E-PRTR. Doch die Energiekonzerne erklären dazu auf Anfrage von Frontal21, die Emissionen seien gesetzeskonform.


Infografik: Quecksilberemissionen deutscher Braunkohlekraftwerke 2013

Über die Luft gelangt das Gift mit dem Regen in Gewässer, reichert sich in Fischen an und wird über die über die Nahrungskette vom Menschen aufgenommen. Es ist ein internationales Problem. Deshalb hat sich die internationale Staatengemeinschaft in der sogenannten "Minamata-Konvention" der UNO dazu verpflichtet, die Emissionen so weit wie möglich zu senken.

Deutsche Technik reduziert Quecksilberausstoß

Jetzt hat die EU Anfang Juni nach mehrjährigen Verhandlungen Grenzwerte für Quecksilber aus Kohlekraftwerken vorgelegt. Für Kommissionssprecher Silvio Brivio ein Erfolg: "Erstmals hat die EU Höchstwerte für Quecksilber definiert", so Brivio.

Doch diese Grenzwerte sind für Umweltgruppen viel zu lasch. So sollen Steinkohlekraftwerke ab 2020 höchstens vier Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter Luft ausstoßen - in den USA gelten heute schon 1,4 Mikrogramm. Für Braunkohlekraftwerke sollen großzügige sieben Mikrogramm als EU-Höchstwert gelten.

"Technisch machbar sind weniger als ein Mikrogramm", sagt Christian Schaible vom Europäischen Umweltbüro. Das zeigten große US-Kraftwerke, die eine eigene Quecksilber-Abscheidetechnik installiert hätten - die Technik stammt aus Deutschland.

So bietet etwa der deutsche Kraftwerksbetreiber Steag günstige Technik zur Quecksilberabscheidung an. Gleich mehrere Dutzend US-Kraftwerke bedienen sich eines Verfahrens, das von dem deutschen Ingenieur Professor Bernhard Vosteen erfunden und patentiert wurde: Auf die Kohle werden vor der Verbrennung kleinste Mengen Bromid gesprüht - dadurch lässt sich das Quecksilber aus dem Rauchgas abtrennen. "Die Kosten sind gering - ein sehr großes US-Kraftwerk in Alabama hat dafür weniger als eine Million Dollar bezahlt", erklärt Professor Vosteen gegenüber dem ZDF.

Kraftwerksbetreiber entscheiden über EU-Grenzwerte

Warum setzen deutsche Kraftwerksbetreiber die Quecksilber-Abscheidetechnik nicht ein? Vattenfall, RWE und Eon bezweifeln, dass sich die Technik auf die eigenen Kraftwerke übertragen lässt. Man habe die Quecksilberemissionen bereits reduziert und arbeite an einer weiteren Minderung, heißt es bei Vattenfall. Eon erklärt knapp, man halte die gesetzlichen Bestimmungen ein.

"Die Industrie hat dafür gesorgt, dass die neuen Höchstwerte äußerst großzügig ausfallen", kritisiert Schaible. Er war Mitglied der EU-Arbeitsgruppe, welche die neuen EU-Höchstwerte festgelegt hat.

Den insgesamt acht Umweltschützern hätten in der Arbeitsgruppe 155 Industrievertretern gegenübergesessen, allen voran Kraftwerksbetreiber. Sie stellten die Mehrheit. "Diejenigen, die reguliert werden sollen, dürfen selbst über die neuen Grenzwerte entscheiden, kritisiert Andree Böhling von Greenpeace. Da sei es kein Wunder, dass die Kraftwerksbetreiber mit den neuen EU-Höchstwerten für Quecksilber "weitermachen dürfen wie bisher", so Böhling.

Wenn die EU-Mitgliedsstaaten keine strengeren Werte festlegen, müssen die meisten Kohlekraftwerke Europas gar nichts ändern, sie werden weiterhin Jahr für Jahr tonnenweise das Nervengift Quecksilber in die Luft blasen.


Quelle: http://www.zdf.de/frontal-21/quecksilbergefahr-aus-der-kohle-kraftwerke-stossen-tonnenweise-nervengift-aus-38873430.html

Kohleatlas 2015

Brennstoff mit Nebenwirkungen:

Der "Kohleatlas" zeigt die Auswirkungen der Kohle von Klima bis Gesundheit



Am 2. Juni 2015 veröffentlichen die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den ersten Kohleatlas.

Der Kohleatlas trägt die wichtigsten Daten und Fakten über den globalen Brennstoff zusammen. Deutschland ist weltweit der größte Förderer von Braunkohle. Im Jahr 2013 wurden rund 183 Millionen Tonnen abgebaut.

Innerhalb von 90 Jahren mussten in Deutschland über 230 Siedlungen mit insgesamt fast 110.000 Menschen der Braunkohle weichen. Eine Fläche von mehr als 245.000 Fußballfeldern ist vom Tagebau in Anspruch genommen – und es soll noch weiter gebaggert werden: 188 Ortschaften fielen dem Braunkohletagebau in Deutschland bereits zum Opfer. Weitere 18 sind aktuell akut von den Expansionsplänen der Kohleindustrie bedroht.

In Deutschland summieren sich die durch Luftverschmutzung und Treibhausgase verursachten Umweltkosten der Kohleverstromung auf gut 28 Milliarden Euro pro Jahr. Würden die Umweltkosten in den Strompreis hineingerechnet, müsste dieser laut Umweltbundesamt für Braunkohle um rund elf Eurocent pro Kilowattstunde und für Steinkohle um rund neun Eurocent pro Kilowattstunde ansteigen.

Weltweit sterben jährlich mehrere hunderttausend Menschen an der durch Kohlekraftwerke verursachten Luftverschmutzung. Allein in China gibt es deshalb 250.000 Tote jährlich. In der EU gehen jedes Jahr 18.200 Tote auf das Konto der Kohlekraft. Dazu kommen zwei Millionen Tage mit Arzneimitteleinnahme, vier Millionen verlorene Arbeitstage und fast 30 Millionen Menschen mit Lungenproblemen aufgrund der Luftverschmutzung durch Kohle in der EU pro Jahr.

BUND-Faktenblatt zum Kohleatlas 2015

Das vorliegende Dokument ist eine Übersicht über Themen und Erkenntnisse im Kohleatlas.

Download Kohleatlas 2015

Mehr unter:

http://www.euractiv.de

https://www.bund.net

Greenpeace - 10.05.2015 - Sauberer Plan für Kohle-Aus

Studie legt dar: Kohleausstieg ist ohne Einbußen möglich

Wir brauchen keine Kohlekraftwerke, um den Strompreis stabil zu halten. Und auch die Energieversorgung kann mit Erneuerbaren gewährleistet werden, das zeigt eine Greenpeace-Studie.

von Jasmin Sarwoko

Kraftwerk Weisweiler bei Nacht © Paul Langrock / Zenit / Greenpeace - Braunkohlekraft Neurath - © Bernd Arnold / Greenpeace

Das RWE-Kraftwerk Weisweiler ist eines der ältesten und emissionsstärksten in Deutschland. In dem Szenario, das die Studie aufstellt, ginge es nur noch im Notfall ans Netz. Das Braunkohlekraftwerk Neurath verpestet im Rheinischen Revier die Luft. Laut Studie genügt es, fünf Blöcke auf Stand-by zu halten.

Kohlekraftwerke sind für über 40 Prozent der deutschen CO2 Emissionen verantwortlich; auch andere schädliche Stoffen wie etwa Quecksilber entweichen ihren Schloten. Auch deshalb müssen wir aus der Kohle aussteigen.

Doch ist unsere Stromversorgung mit deutlich weniger Kohlekraftwerken gesichert? Wie teuer ist der Kohleausstieg? Und wie würde der Strommarkt darauf reagieren? Diese Fragen untersucht eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie. Als Szenario dafür wurde die Abschaltung von 36 alten und besonders CO2-intensiven Kohlekraftwerken simuliert.

Stromversorgung gesichert

Die Meiler haben eine Gesamtleistung von 15 Gigawatt, was etwa der Hälfte der Leistungen der Braunkohle- und einem Fünftel der aller Steinkohlekraftwerke entspricht. Diese Kraftwerke würden lediglich ans Netz gehen, wenn nicht genügend Strom am Markt verfügbar wäre. Ansonsten würden sie stillstehen.

Das Ergebnis der Simulation ist durchweg positiv: Auch in einem solchen Szenario wäre die Stromversorgung bundesweit gesichert. Die Kohlereserven kämen derzeit gar nicht zum Einsatz; erst wenn im Jahr 2023 alle Atomkraftwerke vom Netz sind, würde lediglich rund ein Viertel der Kraftwerke für wenige Stunden im Jahr gebraucht. Das zeigt: Viele Kohlekraftwerke könnten direkt abgeschaltet werden und müssten nicht einmal als Reserve vorgehalten werden.

Keine Angst vor steigenden Strompreisen

Unbegründet ist die Angst vieler Bürger vor erhöhten Strompreisen, so zeigt das Szenario. Denn durch die Abschaltung der Kohlekraftwerke würde der Strompreis für Privatkunden mit 0,6 Cent pro Kilowattstunde nur minimal steigen. Hinzu kommt, dass der höhere Strompreis an der Börse im Gegenzug die gesetzliche Umlage für die Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) sinken lässt.

Und auch die für die Energiewende wichtigen und vergleichsweise sauberen Gaskraftwerke werden wieder rentabel.

Massive CO2-Einsparungen

Ein Szenario also, das die Angst vor Stromengpässen und Kostenexplosionen nimmt - und das vor allem auch die positiven Auswirkungen auf die Menge der Schadstoff-Emissionen aufzeigt: Mit der beschriebenen Kohle-Notbremse ließen sich im Jahr 2015 deutschlandweit rund 70 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Auch Europa könne von Deutschlands Kohle-Kappung profitieren: mit einer CO2-Reduktion von 35 Millionen Tonnen in 2015.

Deutschland vor der Blamage bewahren

"Die Bundesregierung kann ohne Probleme die Notbremse in der Kohleverstromung ziehen", sagt Tobias Austrup, Greenpeace-Experte für Energie. "Und sie würde die internationale Blamage vermeiden, die eigenen Klimaziele krachend zu verfehlen."

Damit könne Energieminister Sigmar Gabriel einen konsequenten Schritt in Richtung Klimaschutz gehen, so Austrup. "Gerade im Jahr der deutschen G7-Präsidentschaft wäre es ein starkes Signal an die Welt, den dringend notwendigen Weg hin zu 100 Prozent Erneuerbare Energien einzuschlagen."

Die Gruppe der Sieben berät im Juni in Schloss Elmau in Oberbayern unter anderem über Energiethemen wie Versorgungssicherheit und Energieeffizienz. Was dann nach all den Gesprächen und Verhandlungen ansteht, ist die konkrete Umsetzung des Kohleausstiegs - sowohl deutschland- also auch weltweit.

Studie:

Auswirkungen eines partiellen Kohleausstiegs 10.05.2015 | PDF | 1,54 MB

Quelle: http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/fossile-energien/sauberer-plan-fur-kohle-aus

Rhein-Erft - 26.04.2015 - Demonstration am Tagebau Garzweiler


Abschlusskundgebung in Erkelenz

"Es ist Zeit für Protestsongs"

Musiker wie Purple Schulz aus Glessen stimmten auf der Abschlusskundgebung in Immerath Protestsongs an. Der Geschäftsleiter des BUND Nordrhein-Westfalen Dirk Jansen gratulierte zur "größten Demonstration am Tagebau Garzweiler".

Purple Schulz: "Wieder Zeit für Protestsongs" - "Lieder gegen den Dreck" sang Kurth von der Aachener Kabarettgruppe "Muyta Merde" - Fotos: Tripp

Von Oliver Tripp

Auf dem Weg zur Abschlusskundgebung in Immerath singen Kurth und Josie von der Aachener Kabarettgruppe "Muyta Merde" das Lied "Mann, tu uns keinen Dreck an". Zur Tanzmusik der Band "Hop Stop Banda" auf dem Marktplatz werfen einige Demonstranten zunächst Schals, regenfeste Kleidung und Kohlekette-Bänder auf einen Haufen und tanzen sich warm, bevor der Geschäftsleiter des BUND Nordrhein-Westfalen Dirk Jansen ihnen zur "größten Demonstration am Tagebau Garzweiler" gratuliert und die Zahl der Demonstranten nennt. 6000 sollen es nach Zählung der Veranstalter gewesen sein.

Moderator Andreas Vollmert führt durch ein buntes Programm mit Musik und Rednern. Stefan Pütz als einer der letzten Bewohner des Ortes Immerath und grüner Politiker im Rat der Stadt Erkelenz bedankt sich für die Unterstützung der örtlichen Initiativen. Petra Schmitz von der "Perspektive für Holzweiler" oder Andreas Büttgen, Nachbarn des Hambacher Tagebaus von der Bürgerinitiative "Buirer für Buir" schildern den Stand der Dinge im Ringen um Boden mit dem Stromkonzern RWE-Power.

Mit Protestsongs zu ganz heimatlichen Klängen deutscher Volksmusik animieren Hedwig Sauer-Gürth und ihr Ensemble "Lebenslaute" die Demonstranten zum Besuch der geplanten "musikalischen Baggerblockade" im August diesen Jahres am Tagebaurand Hambach.

Der Rockmusiker Purple Schulz bekennt freimütig zwar kein Antikohle-Lied im Programm zu haben, aber Lieder zur "Gesellschaft, zur Zeit und dem Land, in dem wir leben", er sei schon seit Jahren Fördermitglied der Initiative "Campact".

Das "Thema Braunkohle" beschäftige ihn täglich, wenn er seine Gartenmöbel mit einem feuchten Tuch abwische oder spätestens, wenn er mit seinem Hund rausgehe mit Blick auf die Schlote des Kraftwerks Niederaußem. "Es ist wieder Zeit für Protestsongs", räsoniert Schulz noch bevor er sich an sein Piano setzt.

Vor der Bühne will Hanna immer noch gelb bedruckte "Anti-Kohle-Kette"-Bänder loswerden, mit deren Hilfe die Menschenkette dort komplettiert worden war, wo es Lücken gab. Umgerechnet habe das Aktionsbündnis 14 Kilometer Band drucken lassen. Dies hatten sich Demonstranten um Kopf und Hals gewickelt oder als Schärpe getragen, sagt die junge Frau. An Ständen gibt es Demo-Souvenirs, Aufkleber, Kulis oder klassische "AKW-Nein Danke"-T-Shirts. "Ist eben Demonstrationsfolklore, das gehört einfach dazu", sagt Thomas von den Grünen in Mönchen-Gladbach. Die Menschenkette habe er "chaotischer als erwartet" wahrgenommen, aber es seien Demonstranten aus so vielen Ecken Deutschlands und dem Ausland gekommen, er sei zufrieden.

"Trüber Stimmung" sei er zuerst gewesen, erzählt Jo aus Augsburg. Ursache sei der 'Blick ins Loch' gewesen: "Du siehst nur Wüste, du siehst keinen Rand, du weißt, es hat Wald dort gegeben und Menschen haben da gelebt."

Quelle: http://www.rundschau-online.de

Bergheim-Glessen - 19.04.2015 - Umzug nach Eckernförde


Gynter Mödders Mauseum verlässt Bergheim

Von Dennis Vlaminck


Das war einmal: Gynter Mödder und Renate Mödder-Reese mit einem ihrer Exponate im Mauseum in Glessen. Das Mäuse-Museum ist jetzt nach Eckernförde umgezogen. Foto: Vlaminck

Das Mauseum in Glessen ist Geschichte. 45 Kubikmeter Material, in rund 90 Kartons verpackt, sind per Lastwagen nach Eckenförde transportiert worden. Die Museumsgründer, das Ehepaar Gynter Mödder und Renate Mödder-Reese, sind umgezogen.

Nach 40 Jahren ist nun Schluss: Das Mauseum in Glessen gibt es nicht mehr. Vor knapp einem Monat, am 24. März, sind die Exponate des Mäusemuseums - 45 Kubikmeter Material in rund 90 Kartons - in einem Lkw nach Eckernförde gefahren worden. Dort sollen die Ausstellungsstücke einen neuen, großzügigeren Platz bekommen. Museumsgründer Professor Gynter Mödder hat dort Räume gemietet.

"Dort ist viel mehr Platz", sagt Mödder. Das neue Mauseum werde in einem Dachgeschoss eingerichtet, "mit Panoramablick über die Förde und das offene Meer". Wahrscheinlich im Herbst werde das neue Mauseum an der Ostsee eröffnet.

Im Jahr 1975 hatte der Nuklearmediziner und Schriftsteller Mödder das "erste und bedeutendste Mauseum nördlich des Südpols" in Glessen eröffnet. Es versammelte Kitsch und Kunst aus aller Herren Länder. 3500 Exponate rund um das Thema Maus waren bis vor einem Monat auf drei Stockwerken im Haus von Renate Mödder-Reese und Gynter Mödder zu sehen. Das Mauseum folgt nun dem Ehepaar, und für Glessen heißt es: Aus die Maus. Eine als Alterssitz vorgesehene Wohnung haben die Mödders schon länger in Eckernförde, der Heimatstadt von Renate Mödder-Reese.

"Man soll diesen Schritt wagen, solange man es noch kann", sagt Mödder (72), der sich bereits vor zwei Jahren aus seiner Praxis in Köln weitestgehend zurückgezogen hat. Da sich das Paar die meiste Zeit des Jahres an der Ostsee aufhalten wolle, sei es nur konsequent, auch die über Jahrzehnte zusammengetragene Mäusesammlung hier anzusiedeln. "Leicht gefallen ist es uns nicht. Wir sind auch ein bisschen traurig."

Das Mauseum zeigte in Glessen Bilder, Skulpturen und Figuren. Eintritt zahlten nur Kinder indem sie ein Mäusebild oder ein selbst gestaltetes Mäuseobjekt zurückließen. Entstanden ist die Idee zum Mauseum nach einem Florenzbesuch Mödders. Überwältigt von der Kulturfülle der norditalienischen Stadt, wollte Mödder die Sammlung von etwas völlig Belanglosem dagegensetzen.

Quelle: KStA 19.04.2015

15.02.2015 - Karnevalszug in Glessen 2015

Motto: Wenn en Glessen dä Zoch widder jeiht et Kamelle und Strüßje räne deit

Aus der Bergheimer Werbepost:


Zur Bildergalerie in der Werbepost: www.werbe-post.de - Fotos: Clemens


Aus dem Stadtanzeiger/der Rundschau:

„Wir machen den Weg frei“ riefen die Mitglieder der Interessen- und Dorfgemeinschaft Glessen, die hoch zu Wagen den Zug am Sonntag anführten, in dem sich rund 800 Jecke in 27 Gruppen zu Fuß oder auf Wagen ihren Weg bahnten.

Für schräge Musik sorgten unter anderm die Waschbrettspieler der „Blankenlocher Rotberzl“. Vor allem musste es „laut, lustig und schräg“ klingen. Mit heißen Sambarhythmen hingegen beschallte die Gruppe „Samba Cabana“ den Ort und die zahlreich am Straßenrand wartenden Jecken. Hübsche Frauen mit pompösem Kopfschmuck und flottem Hüftschwung hatte die Gruppe gleich mitgebracht.

Darüber, dass es in Glessen weder Umgehungsstraße noch Kunstrasenplatz gibt, beschwerten sich die „Glessener Jungs und Mädels“, die ihr Motto gleich auf ihren Wagen geschrieben hatten: „Bergheim fährt mit uns Achterbahn“, lautete die Beschwerde. Die passenden Kostüme hatten die Teilnehmer selbst gemacht.

Als Clowns und Zauberer ist der Freundeskreis um Michael Lätsch schon im Glessener Zug mitgegangen. Im zweiten Jahr waren sie nun als Hänneschen und Bärbelchen unterwegs. „Das könnte ein Motto sein, das wir noch fortführen“, sagte Lätsch.

Ihren hauseigenen kleinen Drachen hatte die Kiga-Rasselbande mitgebracht, während die Eltern der Kita Sonnenblume ihr Maskottchen, einen niedlichen Bock, im Bollerwagen im Schlepptau hatten. FC war das Motto für die Kostüme gewesen – jeder hatte seine Verkleidung nach jeweiliger Laune gestalten dürfen.

Quelle: www.rundschau-online.de - von Melanie Specht

10.01.2015 - Prunksitzung der Glessener Dorfgemeinschaft

Bei der Prunksitzung der Glessener Dorfgemeinschaft war in der Mehrzweckhalle kein Platz mehr frei.

Nippeser Bürgerwehr 1903 e.V. - Foto: Clemens

Die Mehrzweckhalle platzte aus allen Nähten

Bergheim-Glessen (mc). Bei der Prunksitzung der Glessener Dorfgemeinschaft war in der Mehrzweckhalle kein Platz mehr frei. Und fast alle Besucher hatten sich in fantasievolle und bunte Kostüme gehüllt. Clowns und Matrosen waren unter den Zuschauern, aber auch Piraten, Cowboys und kunstvoll geschminkte Löwinnen. Und auf alle wartete ein Programm mit fast ausschließlich fremden Kräften. "Unser Publikum möchte das so", sagte Literat Wolfgang Krahe. Schnell wurde klar, dass nicht alleine die Halle an ihre Grenzen stieß. Beim Einmarsch der zahlenmäßig recht großen Nippeser Bürgerwehr erwies sich auch die Bühne als zu klein. So mussten einige der Nippeser Karnevalisten notgedrungen vor der Bühne Aufstellung nehmen.

Stolz war Sitzungspräsident Gerd Lieven, auch in dieser Session wieder ein Dreigestirn präsentieren zu können. Prinz Manuel (Manuela Luhr), Bauer Hannes (Hanne Esser) und Jungfrau Theres Kursch - proklamiert wurden sie bereits im November - hatten einen umjubelten Auftritt. Damit hatte Glessen bereits sein zweites reines Damendreigestirn. Neben seinem Dreigestirn feierte der Ort im Zuge der Prunksitzung das 40-jährige Bestehen seiner Dorfgemeinschaft. Neben der Schützenbruderschaft Sankt Pankratius, dem Männergesangverein und der Interessengemeinschaft Glessener Karneval gehören derzeit insgesamt zehn Vereine der Dorfgemeinschaft an. Und ihr Schwerpunkt ist ganz klar der Ausbau und der Erhalt der Karnevalsveranstaltungen im Ort.

Nach der Bürgerwehr ging das närrische Programm weiter mit den Paveier, den Rheinmatrosen sowie Klaus und Willi. Und auf eines freuten sich alle Besucher schon auf dem Weg nach Hause. "Auf unseren Umzug am Karnevalssonntag", sagte eine bunt kostümierte Besucherin lachend.

Quelle: Werbepost Bergheim

14. Nov.2014 - Proklamation des Glessener Dreigestirns 2014/2015

Das Glessener Dreigestirn: Jungfrau Theres, Prinz Manuel I. und Bauer Hannes.

Homepage: www.dreigestirn-glessen2015.de

Der Prinz ist ein echter Aprilscherz

Die Glessener Jecken empfingen begeistert das Dreigestirn der Session 2014/2015

Bergheim-Glessen (mf). "Wir drei hier sind prima" - eigens für die Proklamation hatten Prinz Manuel I., Bauer Hannes und Jungfrau Theres ein Lied geschrieben. Die Glessener Jecken empfingen begeistert das Dreigestirn der Session 2014/2015.

In der Mehrzweckhalle wurde das 16. Glessener Dreigestirn proklamiert. Wie im benachbarten Oberaußem ist das Glessener Dreigestirn ein Damendreigestirn. Damit sind die Frauen in Glessen schon zum zweiten Mal an der Macht. Mit Prinz Manuel I. steht in diesem Jahr eine gebürtige Kölnerin an der Spitze des Dreigestirns. Der Prinz bezeichnet sich selbst als Aprilscherz, weil er am 1. April geboren wurde. Erst im Alter von sechs Jahren kam Manuela Luhr nach Glessen. Jetzt ist Luhr aus Glessen nicht mehr wegzudenken. Die Einzelhandelskauffrau setzte sich vor sechs Jahren dafür ein, dass der Spielplatz "zum Glessener Bach" fertiggestellt wurde. Hierfür bat der diesjährige Prinz sogar RTL um Hilfe.

Den Entschluss, Bauer Hannes zu werden, fasste Hannelore Esser auf der Müttersitzung in Glessen. Mit dem Beruf des Bauern hat die Büsdorferin bereits Erfahrung gemacht, denn ihr Vater war selbst Landwirt. Esser ist Erzieherin im Kindergarten "Rasselbande".

In die Rolle der Jungfrau Theres schlüpfte Theres Kursch. Zum Dreigestirn kam die Glessenerin, die im bayerischen Altreichenau geboren wurde, als Manuela Luhr fragte, ob sie nicht Teil des Dreigestirns sein wolle. "Aber ich bin nur für schön da", antwortete die Postangestellte Kursch und wurde so zur Jungfrau Theres.

Prinzenführer ist Johann Michels, über den der Präsident der Dorfgemeinschaft Gerd Lieven sagt: "Johann hat sich nicht verändert". Der jetzige Prinzenführer war in der Session 1998/99 als Bauer Teil des Dreigestirns. Die 2008 gegründete Karnevalsgesellschaft "Huddel und Brassel" stellt in diesem Jahr das Dreigestirn und löste damit das "mongolische" Dreigestirn der letzten Session ab. Nach der Proklamation gab es keine Verschnaufpause: Schon am nächsten Tag musste das Dreigestirn seinen Pflichten auf der Glessener Herrensitzung nachkommen.

Unterstützt wurden die Glessener von den Karnevalsfreunden Blerichen Kirdorf Bedburg-West, der KG Fidele 15 Quadrath, den Chilli Sisters, den Vereinigten Karnevalsfreunde Oberaußem mit ihren Dreigestirnen, der Tanzgruppe Starlights, den Pankratius Tatzen, der Band Räuber und Da Capo.

Quelle: Bergheimer Werbepost

Sagen Sie uns bitte Ihre Meinung. Wir freuen uns sowohl über Zustimmung als auch über sachliche Kritik.