AKTUELLES 20052006200720082009/102011/12 2013/14 Archiv


verdi.Essen 30.09.2014

TTIP - Gefahr für die Demokratie:

Unter dem Motto "TTIP - Gefahr für die Demokratie!" veranstaltete der ver.di Bezirk Essen am 25.9.2014 im Essener Gewerkschaftshaus eine öffentliche Diskussions- und Informationsveranstaltung zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU.

Als Referenten wirkten mit

- der Kölner Publizist Werner Rügemer
- der Essener EU-Abgeordnete Jens Geier, SPD

Videomitschnitte dieser Veranstaltung auf YouTube:

- Teil 1: Vortrag von Werner Rügemer 24 min.
- Teil 2: Vortrag von Jens Geier 15 min.
- Teil 3: Ausschnitte aus der Diskussion 20 min.

Quelle: https://www.facebook.com/verdi.Essen

NDS 4. September 2014

Übersetzung des ausführlichen Interviews mit Snowden im Guardian:

I, spy: Edward Snowden in exile (www.theguardian.com/)



Snowden with Ewen MacAskill (left) and Alan Rusbridger. Photograph: Alex Healey for the Guardian

Der Whistleblower Snowden hat 7 h lang mit Alan Rusbridger und Ewen MacAskill über sein Leben in Russland, die NSA Kultur, seine Zeit bei der NSA und die Zukunft der Kommunikation gesprochen. Der Bericht über dieses Gespräch ist am 18. Juli erschienen. Carsten Weikamp hat dieses in vieler Hinsicht interessante Interview für die Nachdenkseiten übersetzt [PDF - 156 KB]. Die Interview-Aufzeichnung ist 17 Seiten lang. Aber sie ist so übersichtlich gegliedert und mit Zwischenüberschriften versehen, dass Sie bei der Lektüre schnell und leicht herausfinden, was Sie interessiert. Albrecht Müller, NachDenkSeiten.

Download: Edward Snowden Interview – Übersetzung von Carsten Weikamp

Guardian: I, spy: Edward Snowden in exile (www.theguardian.com/)

ZDF-Doku: Verschwörung gegen die Freiheit - Teil 1

ZDF-Doku: Verschwörung gegen die Freiheit - Teil 2

BUND NRW 24. Juli 2014

Kraftwerksreststoff-Deponien - Tickende Zeitbomben in den Tagebauen?

Bei dem Betrieb von Braunkohlenkraftwerken fallen erhebliche Mengen Abfälle an, die einer für die Umwelt schadlosen Entsorgung zugeführt werden müssen. Den größten Anteil daran haben die Kraftwerksaschen, also die mineralischen Bestandteile der Kohle, die nicht verbrannt werden können. Im Rheinischen Revier schwankt der Aschegehalt je nach Tagebau, Flözlage, Flöztiefe und Verunreinigungen in der Kohle zwischen 1,5 % und 8,0 %.

Diese Aschen sind keineswegs harmlos: Neben z.B. verschiedenen Schwermetallen wie Quecksilber kommen darin auch Radionuklide in aufkonzentrierter Form vor (siehe BUNDhintergrund „Radioaktivität aus Kohlekraftwerken“). Wurden die Kraftwerksreststoffe früher mit dem Abraum in die offenen Tagebaugruben verkippt, so werden sie heute auf Deponien in den Tagebauen entsorgt.

Doch sind diese auch dauerhaft sicher?

Das Ökoinstitut hat bereits in einer früheren Untersuchung aus dem Jahre 1987 gefordert, dass bei Deponien für Aschen und Schlacken aus der Braunkohlenfeuerung die Unterseite der Basisabdichtung grundsätzlich mindestens 1 m oberhalb des höchsten nach Ende der Sümpfungsmaßnahmen zu erwartenden Grundwasserstands liegen muss. Tagebaurestlöcher, die als Monodeponien für Kraftwerksreststoffe genutzt wurden oder werden, und die nach Beendigung von Sümpfungsmaßnahmen wieder Grundwasserkontakt erhalten sollen, können die wirksame Trennung von drückendem Grundwasser und eingelagerten Abfällen nicht dauerhaft gewährleisten.

Die Niederrheinische Bucht ist ein von Natur aus tektonisch höchst aktives Gebiet. Darüber hinaus wurden durch den massiven Eingriff der Großtagebaue die Auflastverhältnisse der oberen Erdkruste geändert. Dazu kommt, dass es durch das Absenken des Grundwassers bis ins Liegende der Kohle und den Grundwasserwiederanstieg nach Tagebauende zu Ausgleichsbewegungen entlang vorhandener Störungen in Form von tagebauinduzierter Seismizität kommen kann. Bergsenkungen kommen als möglicher Beeinflussungsfaktor der Sicherheit der KWR-Deponien ebenso hinzu, wie mögliche Standsicherheitsprobleme von Böschungen der Restlöcher und –seen.

Insofern ist es zwingend erforderlich, die offenbar im Zuge der Genehmigungsverfahren für die KWR-Deponien unterlassenen Prüfungen des Sachverhaltes nachzuholen und ggf. Nachbesserungen zur Sicherung der Deponiekörper anzuordnen ( „Stresstest“ für Deponien).

Altlasten in den Tagebauen

Werden die Kraftwerksabfälle heute immerhin auf Deponie der Klasse I abgelagert, so wurden die Schlacken und Aschen früher einfach in den Tagebauen verkippt.

Die alten Deponien und die nach der Nachsorgephase aus der DepV fallenden neueren Deponien unterliegen den Bestimmungen des Bundesbodenschutzgesetzes. Nach § 4BBodSchG haften gleichwertig ( gesamtschuldnerisch ) der Verursacher der Altlast und der Grundstückseigentümer. Dies bedeutet , dass z.B. bei einer Eigentumsübertragung einer rekultivierten Fläche ( auf dem Deponiekörper ) auch der neue Eigentümer in der Haftung ist. Um Schaden von der Umwelt abzuwehren wird es unumgänglich sein, auch nach Tagebauende dauerhaft die Sümpfung aufrechtzuerhalten, um zu vermeiden, dass die Schadstoffe in das wieder ansteigende Grundwasser gelangen.

Mit den Kraftwerksreststoffdeponien und den Altablagerungen werden somit Ewigkeitslasten generiert, für deren Beseitigung der Verursacher, nämlich die RWE Power AG, nur rudimentär haftet. Angesichts des Risikopotenzials der KWR-Deponien erscheint die insgesamt geleistete Sicherheit von knapp 51 Millionen Euro vollkommen unzureichend.

Für die Altlasten in den Tagebauen existiert überhaupt keine Regelung.

Die Bewältigung der Folgen des Braunkohlenbergbaus werden die nachfolgenden Generationen noch lange nach Tagebauende beschäftigen. Es ist an der Zeit, den Verursacher dafür in die Pflicht zu nehmen.

Der vollständige Beitrag hier als Download.

Quelle: http://www.bund-nrw.de/kwr-deponien

Siehe dazu auch:

Neue Rheinische Zeitung v. 11.06.2014 - Aktionsbündnis Stommelner Bürger "Leben ohne Braunkohle" - Autor: Wilhelm Robertz

Stadtteil Bergheim-Glessen - 30.06.2014

"Bebauungsplan Nr.220.1 Glessen - Südöstlich Dansweilerstraße"

Der Rat der Kreisstadt Bergheim hat in seiner Sitzung am 30.06.2014 die öffentliche Auslegung des folgenden Bauleitplanes beschlossen:

Bebauungsplan Nr.220.1/Glessen "Südöstlich Dansweilerstraße"

in der Zeit vom 16.07.2014 bis einschließlich 19.08.2014. "Online-Beteiligungsformular"

Mit dem Bebauungsplan Nr. 220.1/Glessen soll der Bereich südöstlich der Dansweilerstraße als Wohnbaufläche planungsrechtlich umgesetzt werden. Das Plangebiet stellt sich heute überwiegend als landwirtschaftlich genutzte Fläche dar.



stern.de 27.05.2014 - Europawahl

Fast alle Parteien haben Wähler verloren

Die Prozentzahlen klingen gut. Aber die absolute Zahl der Stimmen belegt: Keine Partei hatte Erfolg. Schon gar nicht die SPD.


Ein Interview mit Forsa-Chef Güllner zur Europawahl. Von Werner Mathes



Manfred Güllner, 72, ist Gründer und Chef des Meinungsforschungs-Institutes Forsa. Für den stern erstellt er wöchtenlich den stern-RTL-Wahltrend. © Martin Gerten/DPA

Herr Güllner, welche deutsche Partei hat bei der Europawahl am vergangenen Sonntag gewonnen, welche verloren?

Im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 hat jede Partei, außer der AfD, Wähler verloren: die Union fast 7,8 Millionen, die SPD etwas über 3,2 Millionen, die Linke knapp 1,6 Millionen, die FDP fast 1,1 Millionen und die Grünen über eine halbe Million. Lediglich die AfD erhielt am Sonntag die gleiche Stimmenzahl wie im vorigen Jahr, nämlich etwas über zwei Millionen.

Bei der Bundestagswahl gab es rund 18,2 Millionen Nichtwähler - so viele Wähler hatte übrigens die Union -, bei der Europawahl waren es fast 33 Millionen, die nicht an die Urnen gingen.

Warum konnte die SPD so deutlich zulegen auf 27,1 Prozent im Vergleich zur Europawahl 2009, als sie auf nur 20,8 Prozent kam?

27,1 Prozent klingt zunächst erst mal gut, da sollte man aber genauer hinschauen. Absolut hat die SPD noch nicht einmal 8 Millionen Stimmen bekommen - als Volkspartei wohlgemerkt. Das sind 12,9 Prozent aller Wahlberechtigten. Wenn sich die führenden Sozialdemokraten darüber freuen können, sei es ihnen gegönnt.

Es gibt nur zwei Wahlen, bei denen die SPD noch weniger Wähler mobilisiert hat in ihrer Geschichte: nämlich bei der Europawahl 2004 und bei der Europawahl 2009. Was die Partei jetzt an Wählern an die Urnen gebracht hat, ist die drittschlechteste Mobilisierung in der SPD-Wahlgeschichte der Bundesrepublik und der Weimarer Republik. Darüber kann man sich doch nicht wirklich freuen.

Und dass es nun einen Zuwachs gegeben hat, ist der Tatsache geschuldet, dass die SPD vor fünf Jahren auf einem Tiefpunkt war. Damals gab es den Wortbruch ihrer hessischen Landeschefin Andrea Ypsilanti, die eine Minderheitsregierung von der Linkspartei tolerieren lassen wollte, und es gab die Kandidatur Gesine Schwans, die mit den Stimmen der Linken Bundespräsidentin werden wollte.

Das führte damals zu einem enormen Vertrauensverlust. Wenn Gerhard Schröder jemals 27,1 Prozent geholt hätte, wäre er nie Kanzler geworden, da hätten sie ihn Gott weiß wohin verdammt.

In zehn Bundesländern durfte neben der Europawahl auch über kommunale Parlamente abgestimmt werden. Haben die Wahlberechtigten dort unterschiedlich gewählt?

Wir haben noch nicht alle Ergebnisse. Wo sie vorliegen, gibt es kein einheitliches Bild. In verschiedenen Regionen, Gemeinden und Städten hat die eine Partei mal mehr, die andere mal weniger Stimmen als bei der Europawahl bekommen. Ein generelles Muster kann man nicht erkennen. Mit einer Ausnahme: der AfD. Die AfD hat bei den Kommunalwahlen deutlich schlechter abgeschnitten. Wo sie eigene Kandidaten hatte, bekam sie gerade mal die Hälfte der Stimmen im Vergleich zur Europawahl. Sie hat also keine Verankerung in der Wählerschaft. Sie hat lediglich den Unmut über die "Entartung" der Politik gebündelt - wie es ihr Parteichef Lucke nicht unbedarft formuliert hat.

In Großbritannien wurde die rechte Ukip mit 27,5 Prozent stärkste politische Kraft, in Frankreich der Front National mit fast 25 Prozent. Wie relativiert sich das bei einer Wahlbeteiligung von 36 Prozent in Großbritannien und 43,5 in Frankreich?

Sowohl in Großbritannien als auch in Frankreich sind das rund 10 Prozent aller Wahlberechtigten. Das heißt: Die große Mehrheit in diesen beiden Ländern geht nicht zur Wahl, und deshalb bekommen Minoritäten wie die Ukip oder der Front National einen Stellenwert, der ihnen im Prinzip nicht zusteht.

Bei uns hat die AfD gerade mal die Stimmen von 3 Prozent aller Wahlberechtigten, weil sich hier der Rechtspopulismus noch nicht so manifestiert hat wie in anderen Ländern. Noch mal: Nur 3 von 100 wahlberechtigten Bürgern haben die AfD gewählt. Und sie hat keinen Zuwachs.


Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland

KDVZ-Frechen 26.05.2014

Europawahl / Kommunalwahlen / Integrationsratswahl 2014

Kreisstadt Bergheim: Wahlbeteiligung 47 %

Mehr: KDVZ

KStA 03.05.2014

Zu viel Quecksilber in der Luft

STUDIE Kohlekraftwerke sind die Hauptverursacher - Grüne fordern härtere Grenzwerte

VON THORSTEN KNUF

Nicht nur Dampf entweicht aus Braunkohlekraftwerken (hier Niederaußem), sondern auch gesundheitsschädliches Quecksilber. Bild: Markus Clemens

Berlin. Kohlekraftwerke gelten als Rückgrat der Stromversorgung in Deutschland - zum Ärger von Umwelt- und Klimaschützern. Trotz des Booms der erneuerbaren Energien entfällt auf Braun- und Steinkohleanlagen fast die Hälfte der erzeugten Elektrizität. Etliche Kraftwerke laufen auf vollen Touren, der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid steigt seit Jahren.

Die Bundesregierung steht trotzdem fest zur Kohle: Als Teil des Energiemixes sei sie "auf absehbare Zeit unverzichtbar", heißt es im schwarz-roten Koalitionsvertrag.

Jetzt allerdings erhalten die Kohle-Gegner neue Munition: Laut einer aktuellen Studie tragen die Kraftwerke weiterhin im großen Stil zum Ausstoß des gesundheitsschädlichen Quecksilbers in Deutschland bei. Rund 70 Prozent der Emissionen stammten zuletzt aus dem Energiesektor - "vor allem von den mit Braun- oder Steinkohle befeuerten Kraftwerken", schreibt die renommierte Umweltwissenschaftlerin Barbara Zeschmar-Lahl.

Zwei Fünftel der Gesamtemission ließen sich auf acht Braunkohlekraftwerke zurückführen, die jeweils mehrere Hundert Kilogramm Quecksilber pro Jahr in die Luft bliesen, heißt es in der Studie, die im Auftrag der Grünen entstand.

Würde die Bundesrepublik die deutlich strengeren Grenzwerte der USA übernehmen, müssten hierzulande umgehend rund 50 Kohlekraftwerke vom Netz gehen, ihre Abgasreinigung anpassen oder Kohle mit einem geringeren Quecksilber-Gehalt verfeuern. Quecksilber gilt als extrem schädlich für Mensch und Umwelt.

Besonders betroffen sind schwangere Frauen und ihre Kinder.

Das giftige Schwermetall kann das Nervensystem schädigen, auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schäden des Immunsystems werden darauf zurückgeführt. Quecksilber wird in Industrie, Technik und Medizin angewendet und freigesetzt, es gelangt in die Umwelt und reichert sich weltweit zunehmend in der Nahrungskette an. An deren Ende stehen Fische, Meeressäuger und der Mensch. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union bemühen sich seit vielen Jahren, die Produktion und den Ausstoß von Quecksilber einzudämmen.

Die US-Regierung hatte wegen der Gesundheitsrisiken im Jahr 2012 die Quecksilber-Emissionsgrenzwerte für Kohlekraftwerke drastisch gesenkt. Steinkohlekraftwerke dürfen dort jetzt höchstens noch 1,4 Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter Abgas in die Atmosphäre blasen, Braunkohlekraftwerke 4,1 Mikrogramm. In Deutschland liegen die Grenzwerte mit 30 Mikrogramm im Tagesmittel deutlich höher.

http://www.ksta.de

Download der Studie:

"Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken in Deutschland -Stand der Technik der Emissionsminderung" - Dr. Barbara Zeschmar-Lahl

BUND NRW 31.03.2014

Öffentlichkeitsbeteiligung der Stadt Bergheim "Anschlussfläche Braunkohlenkraftwerk Niederaußem" im Stadtteil Niederaußem

Trotz fortschreitenden Klimawandels: RWE lässt neues Braunkohlenkraftwerk in Bergheim planen

BUND: "BoAplus ist Augenwischerei" - Umweltverband fordert Abbruch der Planungen

Düsseldorf, 31.03.2014 | Auf Anregung der RWE Power AG hat der Rat der Stadt Bergheim die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein neues Braunkohlenkraftwerk (BoAplus) beschlossen. Anlässlich der am 31. März endenden Beteiligung der Öffentlichkeit fordert der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt den Abbruch der Planung.

In einer umfangreichen Stellungnahme legt der BUND dar, dass ein solches Vorhaben gegen das Landesplanungsrecht und die Klimaschutzvorgaben verstößt.

Gerade auch vor dem Hintergrund des heute veröffentlichten Berichts des Weltklimarats IPCC zum fortschreitenden Klimawandel sei das Vorhaben unverantwortlich. Zudem gefährde das Kraftwerk durch den erheblichen Ausstoß von Feinstaub, Quecksilber und anderen Schadstoffe die menschliche Gesundheit.

"Die Politik in der Braunkohlenregion darf sich nicht länger zum Büttel von RWE machen", sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. "Wer heute noch Braunkohlenkraftwerke mit gravierenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt plant, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Auch ein BoAplus-Kraftwerk passt nicht in ein zukunftsfähiges Energiesystem."

Das 1.100 Megawatt-Kraftwerk würde in 25 Jahren Regelbetrieb mehr als 200 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre pusten.

Nach Angaben der Planer würden zudem trotz der gesetzlich vorgeschriebenen Filter jährlich bis zu 320 Tonnen des für die menschliche Gesundheit besonders schädlichen lungengängigen Feinstaubs und bis zu 320 Kilogramm des Nervengifts Quecksilber sowie andere Schwermetalle freigesetzt.

Dazu kämen 3.224 Tonnen Stickstoffdioxid und 1.612 Tonnen Schwefeldioxid. Nach RWE-Angaben wird das Kraftwerk ein im Vergleich zu modernen Gaskraftwerken miserablen elektrischen Wirkungsgrad von nur 45 Prozent erreichen.

Aufgrund des geplanten Zwei-Kessel-Betriebs soll der Kohlemeiler eine gegenüber den Bestandskraftwerken hohe Flexibilität aufweisen. Eine nennenswerte Nutzung durch Kraft-Wärme-Kopplung ist nicht vorgesehen.

"RWE betreibt Augenwischerei, wenn behauptet wird, durch die geplante Stilllegung von vier Altanlagen mit 1.200 Megawatt Leistung werde die Umweltsituation maßgeblich verbessert", kritisierte der BUND-Braunkohlenexperte Dirk Jansen. "Fakt ist, dass mit dem neuen Kraftwerk die unverantwortliche Braunkohlennutzung für weitere Jahrzehnte festgeschrieben werden soll."

Zudem sei mehr als fraglich, ob der bislang nur als Blaupause existierende Kraftwerkstyp überhaupt die hohen Anforderungen in Bezug auf häufige Laständerungen, hohe Laständerungsgeschwindigkeiten und Mindestlastniveaus erfüllen könne. Dies sei aber Voraussetzung für eine Einsatzflexibilität ähnlich der, die heute schon von Gaskraftwerken erbracht wird. Die Zeit der klassischen Braunkohlen-Grundlastkraftwerke gehe jedenfalls zu Ende, während hochflexible Kraftwerke noch zur Ergänzung der erneuerbaren Energien benötigt würden.

Die Investitionskosten für ein BoAplus-Braunkohlenkraftwerk lägen mit mindestens 1, 5 Milliarden Euro deutlich über denen eines vergleichbaren Gaskraftwerks. Auch wegen der immens hohen externen Kosten der Braunkohleverstromung (Mehrkosten im Gesundheitswesen bspw. aufgrund der Feinstaubbelastung, Schäden durch Biodiversitätsverluste, etc.), die nicht im Strompreis auftauchen und von der Allgemeinheit getragen werden müssen, sieht der BUND in BoAplus keine vernünftige Option. Entlarvend sei deshalb der Ruf des RWE nach einem so genannten Kapazitätsmarkt zur weiteren Subventionierung des neuen Kraftwerks.

Daneben, so der BUND, verstoße die Ausweisung eines Kraftwerksstandorts "auf der grünen Wiese" in Bergheim-Niederaußem gegen die Vorgaben des geltenden Landesentwicklungsplans. Auch würden die landesplanerischen Vorgaben in Bezug auf eine effiziente und umweltgerechte Stromerzeugung nicht erfüllt.

Daneben sieht der BUND einen klaren Verstoß gegen die im Entwurf für den neuen Landesentwicklungsplan festgelegten Anforderungen, wonach neu festzulegende Standorte einen elektrischen Kraftwerks-Mindestwirkungsgrad von 58 Prozent haben oder die hocheffiziente Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit einem Gesamtwirkungsgrad von 75 Prozent mit KWK ermöglichen sollen.

Quelle: http://www.bund-nrw.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/neues-braunkohlenkraftwerk-in-bergheim-geplant

Anlage: Die 57-seitige BUND-Stellungnahme zu den Planungen (pdf)

KStA 03.03.2014 - Glessen

Die Jecke trecke krütz und quer, un fiere in Glessen Fasteleer

von ANJA MUSICK

Seit den 80er-Jahren ist die Gruppe beim Umzug in Glessen dabei. Diesmal hatten die 25 Frauen und Männer sich als Wiese verkleidet. Bild: Musick

Hunderte Kostümierte waren getreu dem diesjährigen Motto des Karnevalsumzugs "Die Jecke trecke krütz und quer, un fiere in Glessen Fasteleer" unterwegs. Zum ersten Mal waren Kinder, Eltern und Erzieherinnen der Kindertagesstätte "Sonnenblume" dabei. So manche Hummel, die summend in der warmen Sonne nach ersten Blüten Ausschau hielt, interessierte sich sehr für die hell leuchtenden Blumen auf den Kostümen.

Wurde sie dort nicht fündig, probierte sie es bei der nächsten Gruppe. Die 25 Freunde, die sich "Mir sin immer dobei" nennen, hatten sich nämlich als grüne Wiesen verkleidet. Auch das Getränk, das bei den Jecken, die seit den 1980er Jahren den Umzug in Glessen bereichern, herumgereicht wurde, leuchtete grün.

Weiß und Rot waren jedoch die dominierenden Farben bei der Gruppe "Schmitt". Vor 27 Jahren hatte Gisela Schmitt erstmals interessierte Karnevalsjecken zusammengetrommelt. Diesmal waren sie und ihre Freunde beim Umzug der Interessengemeinschaft Glessener Karneval als Engel und Teufel verkleidet. "Wenn Engel feiern, dann scheint eben die Sonne. Und wo Sonne ist, ist auch Schatten", kommentierte Schmitt das Motto der Gruppe.

Lustig tanzten die Luftballons über der Gruppe von Burkhard Dickmann, der mit anderen Mitgliedern des Fördervereins "Sportplatz Glessen" unterwegs war. Die Instrumentalisten der Musikgruppe Eschweiler-Bergrath ließen sich auf einem großen Wagen durch den Ort kutschieren.

Ein bisschen Traurigkeit kam bei der Gruppe "Löstige Mädche" auf, die vor Jahren aus zwei Kegelclubs entstanden war. "Wir gehen diesmal als Flammen", erklärte Sabine Häusler. Das habe sich ihre Mutter Edelgard Trometer, die jüngst verstorben sei, noch gewünscht. Gewünscht habe sie sich darüber hinaus auch, dass ihre Freundinnen, die Tochter und Enkelin Katharina mit "Spaß an der Freud" Karneval feiern sollten. Den Gefallen taten die Frauen der Verstorbenen gern.

www.ksta.de/rhein-erft-bilder

Quelle: KStA 03.03.2014

Siehe auch: www.werbe-post.de/bilder

KR 14.01.2014

Rakete für die Zwerge

Glessener Pänz feierten Karneval mit Dreigestirn, vielen Tänzen und jeder Menge Musik

von DIETMAR FRATZ

Die Kindergartenkinder begeisterten mit originellen Tänzen die jungen Besucher der Kindersitzung in der Rochusschule. (Foto: Fratz)

Bergheim-Glessen. "Wahnsinn", schallte es aus den Lautsprecherboxen, als die Jugendtanzgruppe der Kammerkätzchen und Kammerdiener - mit dabei zwei Glessener Mädchen - ihre zackigen Tänze mit großen Pyramiden auf die Bühne brachten. Bei der Kindersitzung der Glessener Dorfgemeinschaft hatten die Pänz aus dem Ort ihre helle Freude am karnevalistischen Treiben auf der Bühne der Mehrzweckhalle in der Rochusschule.

Schon zu Beginn standen die kleinen Prinzessinnen, Hippies, Feen, Indianer und Clowns dicht gedrängt am Bühnenrand.

Das Dreigestirn mit Prinz Mario I., (Maria Leusch), Bauer Helmut (Dürlich) und Jungfrau Tonia (Thomas Kelzenberg) eröffneten das von Christian Paus zusammengestellte Programm.

Zauberer zum Abschluss

Die "Cheerleader" des Kindergartens Rasselbande musste ihren Tanz mit rot-weißen Pompons zu der Musik von den Funky Marys ("E Stöck vun dir") gleich zweimal zeigen. "Ganz schön aufgeregt" waren die vier Jahre alte Mila und die fünfjährige Celina. Dank des mitgehenden jungen Publikums war die Nervosität aber rasch verflogen. Zum Lohn zündeten die zehn Jahre alte Nina Müller-Öhring und der 14-jährige Timo Dürlich, die flott durch das Programm führten eine erste Rakete.

Mit kräftigem "Heiho, heiho" marschierten die fleißigen Zwerge des St.-Pankratius-Kindergartens mit ihren roten Zipfelmützen auf die Bühne und erzählten zur Musik von "Go West", was "Ein Zwerg" von früh bis spät so alles leistet.

Richtige Cheerleader, die FC-Lilliputs, gab es ebenso zu bestaunen wie die Kindertanzgruppe der Königsdorfer Weißpfennige. Zum Abschluss des zweieinhalbstündigen Programms zauberte Andreas Paffrath auf der Bühne.

Quelle: KR 14.01.2014 (Print)

KR 03.12.2013

Alles für die Glessener Kinder

von ANGELINA PREHL

Tanja Jones (links) und ihre Schulfreundin Jennifer Mallmann verkauften gemeinsam Christstollen und Pfefferkuchen. (Foto: Prehl)

Gemeinsam für einen guten Zweck, das mache den Glessener Weihnachtsmarkt aus. Seit sieben Jahren organisiert die Interessengemeinschaft "Glessener Weihnachtsmarkt" auf dem Dorfplatz einen Weihnachtsmarkt. "Das Besondere ist, das der gesamte Erlös den Glessener Pänz zugutekommt", berichtet Michael Broetje von der Interessengemeinschaft. "Wir wollen, dass das Geld im Ort bleibt und den Kindergärten, dem Förderverein der Grundschule, dem Jugendzentrum, der Jugendfeuerwehr und dem Jugendkarnevalsverein zukommt."

Gut 28 Stände verzauberten den kleinen Dorfplatz, darunter niedliche Holzhütten. "Die haben wir alle selbst gebaut", sagte Horst-Dieter Kelterbaum. Er und sein Freund Robert Kursch sind ebenfalls Mitglieder der Interessengemeinschaft. In ihrer Holzhütte knackten gerade die heißen Maronen vor sich hin. "Wir verkaufen wie in jedem Jahr Walnüsse aus dem eigenen Garten, heiße Maronen und Kaffee", sagte Kursch.

Auch Tanja Jones war angetan von der Idee, sich für die Kinder im eigenen Dorf zu engagieren. Zum ersten Mal backte sie nach altem Familienrezept Christstollen und Pfefferkuchen. "Ein paar Nachtschichten und schon war alles fertig", sagte sie. Mit ihrer Schulfreundin Jennifer Mallmann hatte sie es sich gemütlich gemacht.

Gabrielle Rey verführte hingegen mit ausgefallenen Senf-Cremes und Konfitüren. "Zum dritten Mal verkaufe ich hier meine eigenen Kreationen", berichtete die Glessenerin. Feigen und Datteln hatte sie in ihren Senf-Cremes zu kleinen Gaumenkitzlern verarbeitet. "Die Konfitüre stelle ich mit Obst aus dem eigenen Garten her", erzählte sie und zeigte auf die kleinen Gläschen gefüllt mit Apfel-, Himbeer-, Erdbeer- und Aprikosenmarmelade. "Gleich nebenan verkauft meine Nachbarin selbst entworfenen Schmuck. Wir sind in jedem Jahr zu zweit hier."

Der Duft von frisch gebackenen Crêpes lag in der Luft und lockte zu Angelika Michels kleiner Holzhütte. Vorsichtig goss sie den flüssigen Teig auf die heiße Platte und verteilte ihn mit einem Holzstäbchen über die gesamte Fläche. "Zu Anfang wusste ich gar nicht, wie das geht", verriet Angelika Michels. Ihr Mann Andreas hatte damals die Idee, sich an diesem Weihnachtsmarkt mit dem Verkauf von Crêpes zu beteiligen. "Also bin ich zu unserem italienischen Eiscafé und hab mir das Rezept verraten lassen. Familie Lopes war so nett, mir auch gleich zu zeigen wie es geht", sagte Angelika Michels.

Quelle: KR 03.12.2013 (Print) - Auszug aus Artikel: Druidenkraut und Kaffeemühlen - Weihnachtsmärkte lockten nach Elsdorf, Glessen und Rheidt-Hüchelhoven

KStA/KR 18.11.2013

"Der Prinz ist eine staatse Frau"

Dorfgemeinschaft proklamiert Maria Leusch - Fortschrittliche Karnevalisten
Jungfrau Tonia, Prinz Mario I. und Bauer Helmut
Foto: Röhrig

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aerzteblatt.de 24. April 2013 - HEAL-Studie

Kohlekraftwerke haben erhebliche Folgen für die Gesundheit


Kohelkraftwerk unweit des brandenburgischen Jänschwalde /dpa

Berlin - Durch gesundheitliche Schäden als Folge des Betriebs von deutschen Kohlekraftwerken entstehen allein in Deutschland Kosten in Milliardenhöhe. Sie liegen je nach herangezogenen Definitionen, zum Beispiel von Sterblichkeit, zwischen 2,3 und 6,4 Milliarden Euro jährlich. Europaweit belaufen sich die durch solche Kraftwerke verursachten Gesundheitskosten infolge der Schadstoffemissionen auf 15,5 bis knapp 43 Milliarden Euro.

Das geht aus einer Studie der Organisation "Health & Environment Alliance" (HEAL)hervor, die diese heute in Berlin vorstellte. Damit warnen nach der Umweltorganisation Greenpeace im März zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit Ärzte und andere Gesundheitsexperten vor den Folgekosten des Schadstoffaussstoßes vor allem von Schwefel­dioxid, Stickoxiden und Feinstaub.

In der 48 Seiten umfassenden Studie wird auch Birgit Beger zitiert, Generalsekretärin des Ständigen Ausschusses Europäischer Ärzte (CPME). "Die europäischen Ärzte wissen, dass Luftverschmutzung ein großes Risiko für die Gesundheit ist, und der Ständige Ausschuss Europäischer Ärzte interessiert sich seit langem für dieses Thema", so Beger. "Die Ärzteschaft engagiert sich dafür, die Öffentlichkeit und die Entscheiäger über neue evidenzbasierte Erkenntnisse zu informieren, und nutzt ihren Einfluss, um politische Veränderungen zu bewirken."

"Der HEAL-Bericht stellt klar, dass neben den Emissionen des Straßenverkehrs die Kohlekraftwerke maßgeblich an der Luftverschmutzung beteiligt sind", erläuterte Joachim Heinrich, Institutsleiter am Helmholtz-Zentrum für Umwelt und Gesundheit München. "Neu ist, dass die bereits ermittelten Gesundheitskosten der Luftverschmutzung speziell auf Kohlekraftwerkemissionen herunter gebrochen werden."

Emissionen aus Kohlekraftwerken tragen, darauf macht die Studie von HEAL auch aufmerksam, zudem zweifach zu Gesundheitsbelastungen bei:

Zum einen wirken sich die emittierten Stoffe direkt auf den Organismus aus, zum anderen tragen sie zum Klimabei, der wiederum Folgen für die menschliche Gesundheit hat. Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), habe den Klimaals größte Herausforderung für die öffentliche Gesundheit bezeichnet, hieß es bei der Pressekonferenz. Kohle sei der Energieträger mit den höchsten Kohlendioxid-Emissionen und verursache innerhalb der Europäischen Union rund ein Fünftel aller Treibhausgase.

Bettina Menne vom Europäischen Zentrum für Umwelt und Gesundheit der WHO erläuterte, es werde immer wichtiger, "dass Gesundheitsziele in den Mittelpunkt der globalen Energiepolitik kommen". Studien wie die von HEAL könnten Anlass geben, weitere Analysen vorzunehmen sowie vorliegende Studienergebnisse zusammenzutragen.

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Downlaod (pdf) Studie der Organisation "Health & Environment Alliance" (HEAL)

Zusammenfassung der Studie

Greenpeace 03.04.2013 - Studie der Uni Stuttgart

3.100 Todesfälle durch Deutschlands schädlichste Kohlekraftwerke

Die dreckigsten Kraftwerke stehen in NRW und Brandenburg

Etwa 3.100 vorzeitige Todesfälle in Deutschland und Europa gehen jährlich auf das Konto deutscher Kohlekraftwerke. Die dreckigsten Kraftwerke sind die Braunkohleanlagen Jänschwalde in Brandenburg und Niederaußem in Nordrhein-Westfalen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Universität Stuttgart im Auftrag von Greenpeace.

Das RWE-Kohlekraftwerk Niederaußem

Die Schadstoffe breiten sich europaweit über tausende Kilometer aus. "Bei Kohlekraftwerken kommt der Tod aus dem Schlot", sagt Gerald Neubauer, Energieexperte von Greenpeace. "Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sind die vehementesten Befürworter der Kohleverstromung - damit sind beide SPD-geführten Bundesländer mitverantwortlich für die schweren Gesundheitsfolgen in der Bevölkerung."

Die Folgen der Kohle: Herzinfarkte, Lungenkrebs und Asthma

Das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart untersuchte erstmals die atmosphärische Ausbreitung der Schadstoffemissionen. Es zeigt auf, welche Gesundheitsschäden die 67 leistungsstärksten deutschen Kohlekraftwerke verursachen.

Grundlage für die Berechnungen lieferten Emissionsdaten aus dem Europäischen Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister für das Jahr 2010 ebenso wie bekannte epidemiologische Studien zu den Gesundheitsfolgen von Feinstaub. Die 67 Kohlekraftwerke führten demnach zum Verlust von insgesamt 33.000 Lebensjahren. Dies entspricht einer statistischen Zahl von 3.100 Todesfällen.

Hinzu kommt der Ausfall von etwa 700.000 Arbeitstagen durch Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte, Lungenkrebs oder Asthmaanfälle. Giftige Emissionen aus Kohleschloten wie Schwefeldioxid, Stickoxide, Ruß und Staubemissionen bilden in der Luft Feinstaub. Die kleinsten Teilchen dringen beim Einatmen tief in Lunge und Blutgefäße ein und können den Organismus schädigen.

Energie aus Braunkohle verursacht größte Schäden


Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde (Brandenburg) war der Studie zufolge im Jahr 2010 für 373 Todesfälle verantwortlich. 269 Todesfälle gehen auf das Konto des anderen großen Braunkohlekraftwerks in Deutschland, Niederaußem (NRW). Unter den zehn schädlichsten Anlagen sind neun Braunkohlekraftwerke. Dennoch befürworten die zuständigen Ministerpräsidenten Hannelore Kraft und Matthias Platzeck (beide SPD) die Braunkohleverstromung. Untersucht wurden auch 15 neue Anlagen, die seit 2012 ans Netz gingen oder zukünftig gehen sollen. Diese trügen dann für mindestens 1.000 weitere Todesfälle die Verantwortung.

Greenpeace fordert einen vollständigen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2040. Die besonders schädliche Braunkohle muss bis spätestens 2030 auslaufen. "Um Todes- und Krankheitsfälle zu vermeiden, muss die Politik endlich den Ausstieg aus der Kohle beschließen", sagt Gerald Neubauer. Für die Übergangszeit müssen alle Kohlekraftwerke mit der besten verfügbaren Filtertechnik ausgerüstet werden, um Schadstoffemissionen zu verringern.

(Autorin: Christina Hofmeister)

Publikationen zum Thema

27.03.2013 PDF 5.9 MB Kohle-Gesundheitsreport

02.04.2013 PDF 1.2 MB Uni Stuttgart: Health Impacts of Coal Fired Power Stations in Germany

28.03.2013 PDF126 KB Todesfälle durch Kohle

Quelle:
http://www.greenpeace.de

KR 09.03.2013

Netzkonzessionen bedrohen Haushalt

Entgehende Gewinne führen nach aktuellem Stand ins Sicherungskonzept - Neue Beratungen

Von DIETMAR FRATZ

Das Stromnetz soll wie das Gasnetz nicht in Eigenregie von der Stadt betrieben werden. Die fehlenden Einnahmen sorgen jedoch im städtischen Haushalt der nächsten Jahre für Engpässe. (Foto: Fratz)

Bergheim. Droht der Kreisstadt der schwere Gang in das Haushaltssicherungskonzept? Kämmerer Alfred Faßbender unterrichtete gestern die Fraktionen darüber, dass nach derzeitigem Stand der Haushaltsberatungen die dafür vorgesehene Messlatte gerissen wird. Die Städte dürfen laut Gemeindeordnung jährlich höchstens fünf Prozent der allgemeinen Rücklage entnehmen und dieses Limit nicht in zwei aufeinanderfolgenden Jahren überschreiten.

Der Haushaltsentwurf für 2013 und 2014 wurde von Bürgermeisterin Maria Pfordt vor Weihnachten zur Diskussion gestellt. "Auf Kante genäht" sah sie das Zahlenwerk auch schon ohne die Wunschzettel der Politik. Für dieses Jahr sah der Kämmerer den Griff in die Rücklage mit 7,4 Millionen Euro vor, was 4,93 Prozent entspricht. Damit hat der Haushalt ein Luftpolster von 105 000 Euro.

Im nächsten Jahr werden mit zehn Millionen Euro die Reserven zu 7,41 Prozent angeknabbert, für 2015 waren lediglich 4,73 Prozent eingeplant.

250 000 Euro müssen eingespart werden

Durch den Beschluss des Hauptausschusses, die Gas- und Stromnetze nicht selbst zu übernehmen, sondern bei RWE zu belassen, muss der Kämmerer auf eingeplante Einnahmen in Höhe von 300 000 Euro in 2014 und 350 000 Euro im folgenden Jahr verzichten. Eingearbeitet sind zudem Änderungswünsche der Fraktionen, die Mehreinnahmen in Höhe von 700 000 Euro aus Steuern und Schlüsselzuweisungen aufzehren.

Will die Stadt den kontrollierten Haushalt vermeiden, müssen 250 000 Euro eingespart werden. "Wir werden das hinbekommen", ist sich Johannes Hübner (CDU) sicher, dessen Fraktion mit FDP- und bma-bewehrter Mehrheit die Netzvergabe entschieden hat. "Wir müssen alles noch einmal auf den Prüfstand stellen und unsere Wünsche noch einmal genau anschauen", will er jedoch noch keine konkreten Ansatzpunkte nennen.

"Einem HSK-Haushalt werden wir nicht zustimmen", will auch Helmut Tillmanns "alles daransetzen", das Schreckgespenst HSK abzuwenden.

Die drei Fraktionsspitzen haben gestern beraten und werden, wie Friedrich anschließend ausführte, einige Anträge zurücknehmen. "Wir haben jetzt 4,9 Prozent ausgerechnet", hob er hervor.

"Wir sollten neu über die Netze nachdenken", fordert Sozialdemokrat Hermann-Josef Falterbaum, der die Einberufung des von ihm geleiteten Arbeitskreises Finanzen anregt. Vielleicht habe sich die Politik vor der Entscheidung nicht intensiv genug mit der Frage der Netzvergabe beschäftigt, sinniert er auch selbstkritisch.

Die Gewinnerwartung beim Eigenbetrieb von Gas und Strom sei noch zu niedrig eingestellt, die Gutachter hätten gar eine halben Million jährlich genannt, macht Peter Hirseler (Grüne) deutlich. "Da ist die gute Freundschaft mit RWE manchem wichtiger als das Wohlergehen der Stadt", erregt sich der Fraktionschef der Grünen und hofft, dass "CDU und FDP noch zur Einsicht kommen".

Quelle: KR 09.03.2013 (Print) - www.rundschau-online.de



Foto: CS 10.02.2013
KR/KStA 11.02.2013

Farbenpracht in Glessen

Von DIETMAR FRATZ



Die Glessener "Jungs un Mädche" mit Spielfeldern und Fußbällen als Kostüm wünschen sich einen Kunstrasenplatz. (Foto: Fratz)

Prächtige Musikzüge bildeten das Herz des farbenfrohen Glessener Umzugs. Aus Karlsruhe waren die "Blankenlocher Rotberzel" mit acht Schlagwerkern und knapp zwei Dutzend Blechbläsern angereist. Sie spielen morgen im Kölner Rosenmontagszug. Aus Hannover und Großheide kamen Fanfarenzüge, die Regimentstrompeter aus Eschweiler fuhren gar auf dem Tieflader mit. Die Feuerwehr nahm als "Tal-Sperren" die aufgehobene Sperrung der Talstraße aufs Korn, und die "Glessener Jungs un Mädcher" wünschten sich einen Kunstrasenplatz. Als "Smilies" sorgte die evangelische Gemeinde für Farbtupfer. Matthias Hoffmann von der Karnevals-IG hatte 500 Zugteilnehmer auf den fast dreistündigen Weg gebracht. Die "Samba-Cabana"-Musiker hatten mitsamt Tänzerinnen gar südamerikanisches Flair vom Zuckerhut dabei.

TROTZ WINTER Jecke in Glessen zeigten viel Haut

VON ANJA MUSICK



Ausgelassen feierten diese Jecken beim Zug in Glessen. Bild: Musick

Bergheim-Glessen. Nicht nur die strahlende Wintersonne weckte die Sehnsucht nach Sommer. Auch die temperamentvollen Sambatänzerinnen, die beim Karnevalsumzug in Glessen durch die Straßen tanzten, ließen die Jecken davon träumen. Der Umzug, an dem 27 Gruppen teilnahmen, weckte die gute Laune bei den Zuschauern. Das lag auch an den vielen Musikgruppen, die für fröhliche Melodien und zackige Rhythmen sorgten. Das Lächeln hatten Mitglieder der evangelischen Gemeinde direkt zum Motto gemacht. Sie trugen als "Smilies" die Fröhlichkeit nicht nur im Gesicht, sondern auch auf großen, gelben Schildern vor sich her. Josef Höck und sein Freundeskreis "Mit sinn immer dobei" gehen schon seit 40 Jahren im Zug mit. Diesmal fielen sie durch ihre schönen grünen Wiesen- und Blumenkostüme auf. "Gar nicht kalt", fanden es ein paar abgehärtete Schotten. Die Männer trugen die karierten Röcke, ohne mit der Wimper zu zucken, und standen den Sambatänzerinnen in puncto spärlicher Bekleidung in nichts nach.

KStA 10.02.2013 Fotogalerie - Umzüge in Rhein-Erft

Kritik an Kraftwerksplänen - BUND hält BoAplus für nicht zukunftsfähig

KStA 19.01.2013

BUND sagt Nein zu BoAplus

VORTRAG Gesetzliche Regelung für den Ausstieg aus der Braunkohle gefordert

VON MARIA MACHNIK

Besonders dichte Schwaden entsteigen dem Braunkohlenkraftwerk in Bergheim-Niederaußem in diesen kalten Tagen. Bild: Beissel

Pulheim. Der Andrang war gewaltig. Rund 80 Zuhörer waren in den Ratssaal gekommen, um den Vortrag von Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND NRW, zu hören.

Das Aktionsbündnis "Stommelner Bürger - Leben ohne Braunkohle" hatte den Fachmann gebeten, über die aktuellen Pläne des Energieriesen RWE für einen BoA-plus-Block (Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik) am Standort Niederaußem und ihre Auswirkungen auf die Region und den Klimaschutz zu sprechen. In seinem fast einstündigen Vortrag schilderte Dirk Jansen detailliert, wo NRW in puncto Klimaschutz steht, welche klimapolitischen Ziele Politik und BUND verfolgen und wie die Pläne von RWE einzuordnen sind.

Eine Schlüsselrolle spricht der Fachmann dem Bundesland NRW bei den Treibhausgasemissionen zu. 2010 seien von den bundesweit 960 Tonnen 314 Millionen Tonnen - das entspreche 33 Prozent - von NRW ausgegangen. Generell machte der BUND-Fachmann bei der Stromerzeugung in NRW eine "starke Fixierung auf die Braunkohle" aus.

Auch beim CO2-Ausstoß hält NRW nach Jansens Ansicht einen Negativ-Rekord. 17,5 Tonnen pro Einwohner entstiegen den Schornsteinen pro Jahr, bundesweit seien es zehn Tonnen. Mit einem Anteil von 44 Prozent Braunkohle und 28 Prozent Steinkohle an der Bruttostromerzeugung sei die Energiewirtschaft in NRW nicht zukunftsfähig. Enormen Nachholbedarf attestierte Jansen NRW bei den erneuerbaren Energien. Mit einem Anteil von sieben Prozent an der Stromerzeugung - bundesweit seien es 20 Prozent - "führen die Erneuerbaren ein Schattendasein."

Klimaschutz

Um seine Klimaschutzziele erreichen zu können, müsse Deutschland bis spätestens 2050 aus der Braunkohlegewinnung aussteigen, folglich brauche das Land eine gesetzliche Regelung für den Ausstieg aus der Braunkohle.

Da Braunkohle der Klimakiller Nummer eins sei, hält Dirk Jansen neue Braunkohlekraftwerke, also auch das geplante BoA-plus-Kraftwerk in Niederaußem, nicht für zukunftsfähig. Die geschätzten 1,5 Milliarden Euro, die RWE in die neue Anlage investiere, rechneten sich nicht. "Bei den Klagen, die kommen werden, ist es illusorisch, dass das Kraftwerk die Investition wieder einspielen wird. Das ist eine gigantische Fehlinvestition."

Für rechtswidrig hält Jansen die von RWE beantragte Änderung des Regionalplanes. Die zusätzlichen 23 Hektar für den neuen Block seien überflüssig. "RWE könnte die alten Anlagen abreißen, dann hätte das Unternehmen die notwendigen Flächen." Laut Landesentwicklungsplan '95 dürfe Freiraum nur in Anspruch genommen werden, wenn es erforderlich sei. Das aber ist aus Sicht des BUND nicht der Fall. "Wir sagen nein."

Mehr: KR 17.01.2013 - BUND- Kritik an Kraftwerksplänen

Download des Vortrags von Dirk Jansen (BUND) zur Zukunft der Braunkohle am 15.01.2013 im Ratssaal des Rathaus Pulheim

Quelle: BUND NRW

KR 17.01. /14.01.2013

Ein Saal voller Ehrengäste

Narrengedränge bei der Kostümsitzung der Dorfgemeinschaft

Von EVA JUNGGEBURTH

Gerade eingetroffen, schon stürmten die Rheinländer auf die Bühne und begrüßten das Publikum. Sänger Jean "Schang" Odenthal kam schon beim ersten Titel mächtig ins Schwitzen. (Foto: Junggeburth)

BERGHEIM-GLESSEN. Zwerge, Krankenschwestern und Cowboys tummelten sich bei der großen Kostümsitzung der Dorfgemeinschaft Glessen in der Mehrzweckhalle. Sitzungspräsident Christian Paus freute sich darüber, dass die Halle wie auch in den Vorjahren komplett ausverkauft war. Schon bevor das bunte Sitzungsprogramm startete, schunkelte die gesamte Halle zur Stimmungsmusik.

Der Elferrat bestand diesmal sogar aus zwölf Personen. Er wurde von den Frauen der Glessener Feuerwehr und dem ersten Glessener Damendreigestirn gebildet. "Einer mehr, darauf kommt es ja nicht an", fand Paus, der sich von Anfang an bei der feiernden Menge beliebt machte: "Ihr seid heute alle unsere Ehrengäste." Dann moderierte er den ersten Programmpunkt des Abends an: "Sie singen von alter Liebe und werden den Saal so richtig rocken."

Das ließen sich die "Rheinländer" nicht zweimal sagen. Gerade eingetroffen, schon stürmten die Männer auf die Bühne und begrüßten das Publikum mit ihrem Hit "Wir sind die Rheinländer". Sänger Jean "Schang" Odenthal legte sich mächtig ins Zeug und kam rasch ordentlich ins Schwitzen. Er animierte die Gäste zum Mitmachen, und die ließen sich nicht lange bitten. Klatschend und singend standen die Besucher auf den Stühlen und viele tanzten durch die Halle. Bassist Karl-Heinz "Kalla" Morschhäuser blödelte mit dem Sänger herum, und auch der Keyboarder Christian "Kocki" Kock machte Faxen.

Das kleine Konzert stimmte die Gäste hervorragend auf das Sitzungsprogramm ein, das traditionell von bekannten Kräften aus dem Kölner Karneval gestaltet wird. Die Pittermännche, die Spetzebötzje, die Roten Husaren Manheim, die Wanderer, Knacki Deuser, die Blauen Jungs und die Domstädter unterhielten die Gäste bis tief in die Nacht.


Der "kleine Mann" sorgte für großes Erstaunen

Glessener Dorfgemeinschaft lud zur zehnten Kindersitzung

Programm für Tanz-AG der Rochusschule umgestellt

Von ANGELINA PREHL

Durch die Adern der Piratenmannschaft der Kiga Rasselbande schoss kölsches Blut. (Foto: Prehl)

Bergheim-Glessen. "Do wor jet loss", würde der kölsche Karnevalsjeck wohl sagen, als in der Mehrzweckhalle die 10. Kindersitzung der Dorfgemeinschaft Glessen über die Bühne ging. Piraten, Prinzessinnen, Engel, Ritter und Feen wohin das Auge reichte. Auch die Kleinen wissen schon, wie gefeiert wird.

"Das gehört dazu", sagte Literat Wolfgang Krahe, der in jedem Jahr das Programm plant, "Die Kinder sollen schließlich lernen, wie Karneval gefeiert wird." Gleich vor der Bühne tummelte sich die bunte Horde und wartete euphorisch auf den Beginn der Sitzung. Eisbrecher des Tages war die Kindertanzgruppe "KG Königsdorfer Weißpfennige", die in ihren blau-weißen Kostümen ausgelassen über die Bühne hüpften. Gleich danach lief "Käpten Jeck" mit seiner wilden Mannschaft ein: Die Kinder der Kiga Rasselbande aus Glessen verkleideten sich als Piraten, begrüßten das närrische Volk mit "Dreimol Kölle Ahoi" und tanzten wild zu Kasallas Titel "Pirate".

Nach der Jugendtanzgruppe "Kammerkätzchen und Kammerdiener" aus Köln erstaunten Marlene und Verena Gollnau aus Glessen mit ihrem Auftritt das Publikum. "Wie geht denn das?", fragten die Kleinen in der ersten Reihe und beobachteten das Spektakel. Tochter und Mutter waren Literat Wolfgang Krahe im letzten Jahr auf der Sitzung der Frauengemeinschaft aufgefallen. "Da sind wir zum ersten Mal als "kleiner Mann" aufgetreten", erzählt Marlene Gollnau. Sie und ihre Tochter haben für das Kostüm mehrere Jacken zerschnitten. "Mein Mann hat sich um das Equipment gekümmert und Verena um die Musik." Zu "Macarena" und weiteren bekannten Titeln tanzte der "Kleine Mann", den Tochter und Mutter durch einen schwarzen Vorhang hindurch zum Leben erweckten, auf einem Tisch.

Für die Tanz-AG der Rochusschule stellte Literat Wolfgang Krahe in diesem Jahr extra das Programm um. "Die Mädchen wollten hier so gerne auftreten", schilderte Sitzungspräsident Christian Paus, der durch das Programm führte. Mit dem Kindergarten St. Pankratius, den FC Cheerleader Liliputs und dem Zauberer Michael Prescler ging die Kindersitzung am Abend ausgelassen zu Ende.

Quellen: KR 17.01/14.01.2013 (Print)

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