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27.11.2012 - KR und KStA

Bürgermeisterin hebt Sperrung der Straße "Im Tal auf"

Die Straße Im Tal in Glessen - Foto: Fratz

Bild zum Artikel der KR v. 27.11.2012 'Sperrung "Im Tal" ist aufgehoben'

Bergheim-Glessen. "Da war Gefahr im Verzug. Das konnte ich nicht mehr mitansehen", schildert Pfordt ihren Abwägungsprozess. "Die Situation auf der Hohe Straße und der Brauweilerstraße, die während der Sperrung vornehmlich genutzt wurden, sei nicht mehr zu vertreten."

Erste Messungen hätten ergeben, dass auf der Hohe Straße 6360 statt vorher 2357 Fahrzeuge fuhren, gemessen pro Tag im Durchschnitt von Montag bis Freitag. Auch auf der Brauweilerstraße stieg der Verkehr enorm. Statt der üblichen 2945 wurden dort 7372 Fahrzeuge gezählt.

"Was kein Messgerät erfassen kann, ist die Zunahme der Gefährdung der Radfahrer und Fußgänger", sagt Pfordt. Brenzlige Situationen habe es vor allem auf der Hohe Straße gegeben, wo Autofahrer wegen der Enge vor allem zu Stoßzeiten morgens und abends auf die Bürgersteige ausgewichen seien.

"Es gibt für den Ort keine gute Lösung – es sei denn, es wird eine Umgehungsstraße gebaut.“ Eine solche Landesstraße sei derzeit nicht zu finanzieren. "Und für die Ausweichroute durch das Gewerbegebiet an der Von-Nell-Breuning-Straße habe die Stadt kein Geld."

Quellen: KStA 27.11.2012 und KR 27.11.2012

Pressekonferenz der BMin Pfordt v. 26.11.2012

25.11.2012 - Kommentar

Kurt Büchel zur Sperrung der Straße "Im Tal"



Die Straße Im Tal in Glessen ist probeweise gesperrt. Foto: Vlaminck.

Bild zum Bericht KStA v. 22.11.2012 "Sanitäter zu Umwegen gezwungen"

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzender Helmut Paul sieht in der Kölnischen Rundschau vom 23.11.2012 ('CDU fordert Ende der Sperrung') "schon nach 14 Tagen eine zu starke Belastung durch Zunahme des Verkehrs auf der Brauweiler und Hohe Straße. Dadurch komme es immer wieder zu Gefahrensituationen. Daher fordert Paul eine kurzfristige Aufzeichnung und Auswertung der Verkehrsbeobachtung und eine Beendigung des Versuchs. Es gebe bereits ausreichend Erkenntnisse aus der Sperrung der Straße Im Tal."

Weiterreichende Fragen bleiben jedoch völlig unbeantwortet, die mir erneut sehr deutlich zeigen, dass bei den Glessener BürgerInnen derzeit große Irritationen bestehen und ein Verlangen nach den wahren Hintergründen besteht.

Seit der Kommunalwahl in 2009 ist Frau Anna Keller, CDU, für die unmittelbaren Belange des Ortes als Ortsbürgermeisterin zuständig.

Sie hat, und dies macht die Beschlussfassung im Ausschuss für Planung und Umwelt am 25. September 2012 den Glessener BürgerInnen doch deutlich, auch als Ratsmitglied der CDU, die in Bergheim bekanntermassen seit über einem Jahrzehnt mehrheitlich das Sagen hat, der Sperrung zugestimmt (ggf. sogar von ihr veranlasst).

Im Glessener Stadtteilforum am 28.09.2012 wurde die Sperrung zudem befürwortend auch dort vertreten: "Höchste Priorität erhielt die Variante Sperrung der Straße „Im Tal" zwischen „Am Mühlenteich" und „Am Frankenfeld". Das Ergebnis wurde im AfPla am 25.09.2012 vorgestellt und führte zu dem Beschluss, die Straße „Im Tal" mit mobilen Elementen und Markierungen für die Dauer von 3 Monaten probeweise zu sperren."

In der Rundschau v. 03.11.2012 wurde dazu berichtet: "Mit der Maßnahme, die nach der Entscheidung im Verkehrsausschuss im Glessener Stadtteilforum vorgestellt worden ist, probiert die Stadt die Verkehrsgestaltung aus, die unter Mitwirkung von Ortsbürgermeisterin Anne Keller, des Stadtteilforums, der Polizei, der Landesstraßenbauer und der Stadtwerke als wirksamste Entlastungsmaßnahme befunden wurde."

Dies obwohl für jeden einsichtigen Bürger Glessens doch damit zu rechnen war, dass der Teilverkehr der Straße "Im Tal" sich zwangsläufig auf die Hohe Str. und Brauweiler Str. verlagert, wohin denn sonst. Auch dort wohnen Glessener Mitbürger, die seit Jahrzehnten die Belastungen der Durchgangsverkehre der Landstraßen L213 und L91 ertragen müssen.

Das am Kreisel in 2011 errichtete "Nahversorgungszentrum" wurde politisch bewußt - auf Verlangen des Investors - für einen regionalen Bedarf - also z. B. auch für den Bergheimer Stadtteil Fliesteden - ausgerichtet; es erhöht die Verkehre im Ort gegenüber früher um ein Weiteres.

Gegenstand der Forderungen der Glessener BürgerInnen ist seit Jahrzehnten, der Ortskern, also insbesondere Hohe Str. und Brauweiler Str. müssen dringend - zumindest durch eine nordöstliche Ortsteilumgehung - entlastet werden. (Siehe hierzu auch mein Flugblatt zur Kommunalwahl 2009.)

Sie können im übrigen die von mir dokumentierte Historie unter Aktuelles oder im Archiv der Jahre 2008 und 2009, wenn Sie möchten, einmal selbst dort nachlessen. Auch die Teilumgehung Glessen als Landstraße L213n - also in der Zuständigkeit des Landes NRW - wurde bereits in 2006 von der CDU auf die Stufe 5 im Landesbedarf als "nicht realisierungswürdig" abgestuft und somit für "immer" ausgeplant.

Der von mir sodann im Rat gestellte Antrag vom 24.02.2009 eine Nordumgehung als Kreis- oder Gemeindestraße zu finanzieren wurde von der Mehrheit (CDU) abgelehnt.

Was man mit der Sperrung also bezwecken wollte, wissen nach den vielen Jahren der politischen Auseinandersetzung mit der CDU um eine Entlastung des Glessener Ortskerns allenfalls die Götter, stellvertretend die Bürgermeisterin Frau Maria Pfordt und natürlich die Parteifreundin und Ortsbürgermeisterin Anna Keller näher, die - so wurde mir gesagt - besondere Kontakte zu Anwohnern der Straße im Tal pflegt.

Nun scheint die CDU durch Herrn Helmut Paul und Frau Anna Keller aufgrund der vielen Proteste wieder schnell zurück rudern zu wollen, so zu lesen im Stadtanzeiger und in der Rundschau am 23.11.2012.

Das Problem - ausser unnötigen Aktionismus - ist damit aber für Glessen insgesamt überhaupt nicht gelöst.

KStA 21.09.2012:

Wasserturm bleibt erhalten

RWE 800 000 Euro in die Wasserversorgung von Glessen gesteckt

Wasserturm Glessen

Bergheim-Glessen. Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung in Bergheim-Glessen investiert RWE Deutschland rund 800 000 Euro in den Bau einer neuen Druckerhöhungsanlage mit zwei Behältern. Nötig wurde dies aufgrund der zunehmenden Bebauung des Stadtteils und der damit nicht mehr ausreichenden Kapazität des bestehenden und zudem sanierungsbedürftigen Wasserturms.

Der Baubeginn ist für Anfang Oktober geplant. Ende 2013 soll die neue Anlage dann ans Netz gehen.

Die Trinkwasserversorgung der mittlerweile rund 5600 Einwohner des Bergheimer Ortsteils Glessen wird seit seiner Errichtung im Jahr 1937/38 aus dem Wasserturm an der Giethgasse sichergestellt. Da seine Kapazität inzwischen nicht mehr ausreicht, errichtet RWE die neue Druckerhöhungsanlage in unmittelbarer Nachbarschaft.

Die Behälter mit einem Volumen von jeweils 300 Kubikmetern in einem rund 250 Quadratmeter großen Gebäude sollen zukünftig die Versorgungssicherheit gewährleisten. Dies könne der mit einem Behältervolumen von 255 Kubikmetern und mittlerweile sanierungsbedürftige Wasserturm nicht mehr leisten, so RWE.

Der mittlerweile unter Denkmalschutz gestellte Turm wird der Glessener Bevölkerung als Wahrzeichen und Industriedenkmal erhalten bleiben.

Detlef Weiß, Leiter des Wasserbereiches der RWE Rhein-Ruhr Netzservice GmbH, sagt: "Der Neubau der Druckerhöhungsanlage wird modernsten Technikstandards entsprechen. Nur durch laufende Investitionen in unsere Versorgungsnetze können wir weiterhin eine Wasserversorgung auf hohem Niveau garantieren." (rj)

KStA 19.09.2012 - Rat der Stadt Bergheim 17.09.2012:

Stadtrat macht Weg frei für BoA-Block

Bergheim-Niederaußem. Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat sich für den Bau eines weiteren BoA-Blocks in Niederaußem ausgesprochen.

Kraftwerksanlage Niederaussem

Bis auf die beiden Grünen und den fraktionslosen Kurt-Wilhelm Büchel wurden sowohl die Beschlüsse für den Regionalplan als auch die Flächennutzungs- und Bebauungspläne einvernehmlich begrüßt.

Der Antrag der Grünen, einen festen Zeitraum für die Abschaltung von Altanlagen im Kraftwerk einzufordern sowie die Auswirkungen der Planungen als Wertverluste bei Immobilien, Äckern, Mieten und anderen Werten zu berücksichtigen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Der Stadtrat war der Auffassung, dass der ganz überwiegende Teil der Anregungen aus der Bergheimer Bürgerschaft in die Planungen von RWE Power eingeflossen sei. Deshalb könne man nun zustimmen. (rj)

Kölnische Rundschau 18.08.2012 - K.o.-Schlag für Bergheims Finanzen

RWE Power zahlt vorerst keine Gewerbersteuer mehr

Kämmerer verhängt Haushaltssperre

Die wichtigsten Einnahmequellen für die Kreisstadt Bergheim: Kraftwerk und Brikettfabrik in Niederaußem. Auch wenn diese gleichmäßig und verlässlich produzieren - die Gewerbesteuereinnahmen schwanken heftig, je nach Ergebnis des Gesamtkonzerns. Foto: Tripp

Bergheim. Alfred Faßbender, Kämmerer der Kreisstadt, hat gestern eine Haushaltssperre verhängt. Das bedeutet grob gesagt: Alle Ausgaben, zu denen die Stadt nicht gesetzlich verpflichtet ist, werden sofort gestoppt. Das gilt für den Etat der Stadtverwaltung, aber auch für alle Baumaßnahmen, die sich verschieben lassen.

Der Kämmerer hat aufgrund der Gemeindehaushaltsverordnung das Recht zu dieser drastischen Maßnahmen, wenn die Entwicklung der städtischen Einnahmen und Ausgaben anders verläuft als geplant. Und in Bergheim läuft es gerade gründlich schief - ohne dass die Stadt irgendetwas daran ändern könnte. Den Grund für sein Eingreifen hat Alfred Faßbender in den Erläuterungen für den Stadtrat folgendermaßen beschrieben: "Die erheblichen Verschlechterungen im Finanzbudget sind darauf zurückzuführen, dass der Hauptgewerbesteuerzahler der Kreisstadt Bergheim ab dem Haushaltsjahr 2012 keine Vorauszahlung mehr leistet."

Mehr: K.o.-Schlag für Bergheims Finanzen

KStA 26.05.2012 - Eröffnung "Wassererlebnispfad Pulheimer Bach"

Naturerlebnis statt Betonkorsett

Der "Wassererlebnispfad Pulheimer Bach" auf Bergheimer und Pulheimer Stadtgebiet wurde am Freitag eröffnet. Auf 14 Kilometer Länge verraten Erzählstationen und Ankerpunkte viel Wissenswertes über den artenreichen Bachlauf.

Von Maria Machnik



Naturerlebnis Große Laache: Den Wasserzufluss in die Teiche reguliert der Unterhaltungsverband Pulheimer Bach.
(Bild: Machnik)




Wassererlebnispfad (KStA-Grafik: Böhne) - größere Darstellung (Kartographie: U. Beha)

Bergheim/Pulheim - Es ist deutlich zu spüren: Der "Wassererlebnispfad Pulheimer Bach" ist Horst Engel eine Herzensangelegenheit. Bürgermeister Frank Keppeler brachte es bei der Einweihung des 14 Kilometer langen Erlebnispfades auf Bergheimer und Pulheimer Stadtgebiet auf den Punkt: "Wenn Sie über den Erlebnispfad Pulheimer Bach sprechen, dann strahlen Sie."

Der Vorsitzende des Unterhaltungsverbandes Pulheimer Bach hatte am Freitag aber auch allen Grund zu strahlen. Binnen fünf Jahren haben Horst Engel, Ingenieur Dr. Harald Wegner von der Franz-Fischer-Ingenieurbüro GmbH in Erftstadt und Privatdozent Dr. Reinhard Zeese vom Geografischen Institut der Universität Köln mit der Hilfe vieler das Gesicht des Gewässers nachhaltig verändert. Das Geografische Institut hat die Patenschaft für den Wassererlebnispfad übernommen.

Mit ihrem unermüdlichen Einsatz und ihrem Ideenreichtum haben sie erreicht, dass der neun Kilometer lange Pulheimer Bach nun auf einer Länge von 3,5 Kilometern vom Betonkorsett befreit ist und sich wieder in einem natürlichen Bachbett schlängelt.

Mehr: Eröffnung "Wassererlebnispfad Pulheimer Bach"

KR + KStA 19.05.2012

Glessener Bach fließt wieder im alten Bett

Die Renaturierung des Oberlaufes des Pulheimer Baches im Bereich von Glessen gleich neben der Landstraße 91 ist abgeschlossen.



Fotos: Clemens (l) und Fratz (r)

Bergheim-Glessen. In seinem Quellgebiet muss das Wasser des Glessener Bachs, der seit 1964 Pulheimer Bach heißt, künftig 236 statt 162 Meter zurücklegen. Schuld ist der Unterhaltungsverband Pulheimer Bach, der das Fließgewässer aus den Betonsohlschalen herausgeholt und es in ein naturnah modelliertes Bett mit Windungen und Teichen entlassen hat. Der renaturierte Abschnitt des Oberlaufs wurde jetzt von Verbandsvertretern aus Bergheim und Pulheim eingeweiht.

Bis vor einigen Monaten war der Oberlauf des Pulheimer Baches noch in eine Betonschale gezwängt. Nun schlängelt das Gewässer sich wieder in seinem alten Bett durch Glessen.

Möglich wurde die Aktion, die der Bachverband in Eigenleistung gestemmt hat, durch einen langfristigen Pachtvertrag mit Landwirt Mathias Conzen, der einen späteren Ankauf vorsieht. Im Februar nutzten die Helfer um Verbandsingenieur Horst Daniel die Gunst des Wetters: Dank strengen Frosts konnten sie mit schwerem Gerät in die Sumpflandschaft einfahren, ohne allzu viel Schaden anzurichten. "Die Fahrer saßen in Decken gehüllt auf den Baggern", erinnert sich Verbandsvorsteher Horst Engel an den Baubeginn. Die Bewegung von 500 Kubikmetern Erdreich konnte pünktlich zum einsetzenden Tauwetter abgeschlossen werden.

Zahlreiche Glessener und Pulheimer Schulen haben Patenschaften über den Bach übernommen. "Sie werden mithelfen, ihn sauber zu halten", ist sich Verbandsvorsteher Engel sicher.

Mehr: Glessener Bach fließt wieder im alten Bett

KR 09.05.2012

Die Schlaglochpiste ist bald wieder glatt

L 91 ist an diesem Wochenende voll gesperrt - Auch der Radweg erhält eine neue Asphaltschicht

Von DIETMAR FRATZ

Bergheim. Der Hindernisparcours für Autofahrer durch die Schlaglöcher auf der Landstraße 91 zwischen Glessen und Oberaußem gehört nach fast eineinhalbjähriger Wartezeit bald der Vergangenheit an. Vom kommenden Freitag, 11. Mai, bis Sonntag, 13. Mai, jeweils 20 Uhr, wird die Straße zur Sanierung durch den Landesbetrieb Straßen Nordrhein-Westfalen komplett gesperrt.



Die schadhafte Fahrbahndecke der Landstraße wird zurzeit abgefräst, bevor die Straße am Wochenende neu asphaltiert wird. Für die Dauer der Arbeiten ist die L 91 gesperrt. Fotos: Fratz

Seit Montag sind die Straßenbauer mit den Vorarbeiten beschäftigt, für die die Straße halbseitig gesperrt wurde. Am Wochenende soll die Straße eine neue Asphaltdecke bekommen. Auch die schadhafte Betondecke des parallel zur Straße verlaufenden Radwegs wird auf einer Länge von 400 Metern durch eine Asphaltschicht ersetzt.

Für Autofahrer in Richtung Glessen ist eine Umleitung über Quadrath-Ichendorf und Frechen-Königsdorf (L 91, L 361 und L 91) ausgeschildert. In der Gegenrichtung führt die Umleitung über Fliesteden und Büsdorf (L 213 und L 93) nach Oberaußem. Auch für Radfahrer ist eine Umleitung ausgeschildert.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird zudem die Inneneinfassung des Glessener Kreisverkehrs an der Dansweiler Straße erneuert. Der Verkehr wird hier für die Dauer der Arbeiten an der Baustelle vorbeigeführt.

Für die Baumaßnahmen veranschlagt der Landesbetrieb Straßen NRW Baukosten in Höhe von 375 000 Euro. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum Ende dieses Monats abgeschlossen sein.

Die Schlaglochpiste tat sich auf, als nach dem frostigen Winter zum Jahreswechsel 2010/2011 der Schnee geschmolzen war. Im vergangenen Jahr fehlten dem Land Nordrhein-Westfalen das Geld zur Sanierung der Straße, die bereits vor zwei Jahren nach Frostschäden an vielen Stellen provisorisch geflickt werden musste. Quelle: KR 09.05.2012 (Print) - Internet

Ein erholsames und frohes Osterfest wünscht das Glessen-aktuell-Team


KR 09.01.2012

Jungfrau ist die Angetraute des Prinzen

Majestäten des Dreigestirns der Dorfgemeinschaft kommen aus Köln, Zwickau und Glessen

Von DIETMAR FRATZ



Diese Jungfrau bützen Prinz und Bauer besonders gern. In Glessen ist Ihre Lieblichkeit nämlich ein echtes jeckes Mädchen. (Foto: Tripp)

Bergheim-Glessen. Prinz Hans III. (Schwarzenberg) kam vor 48 Jahren an einem sonnigen Karnevalssamstag in Köln zur Welt. Ebenfalls in Köln, Am Kümpchenshof, ist knapp vier Jahre früher Bauer Reiner Berg geboren. Erst im zehnten Lebensjahr kam Jungfrau Marion Schwarzenberg aus Zwickau an den Rhein nach Porz.

Jetzt fanden sie in Glessen zum 14. Dreigestirn der Dorfgemeinschaft zusammen und bereichern den regionalen Karneval mit einer weiblichen Jungfrau um eine untypische Variante.

Des Prinzen Urgroßeltern wohnten schon in Glessen. Dort hat er auch seine Prinzessin kennen und lieben gelernt und im Dezember 2010 geheiratet. Schwarzenberg arbeitet seit 30 Jahren bei einem Kölner Automobilbauer, Und auch Vater Ernst war schon einmal - vor sechs Jahren- Prinz in Glessen.

Über die Liebe fand auch seine Deftigkeit eine neue Heimat. Reiner Bergs Ehefrau ist ein "Glessener Mädel". Sein Hobby war der aktive Motorsport mit Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Urlaub macht der Bauer am liebsten im "Schlepp-Hotel" auf dem Campingplatz.

Marion Schwarzenberg, die aus dem wilden Osten in den wilden Westen kam, wollte eigentlich mit Karneval nie etwas zu tun haben, fing aber mit den Jahren doch noch Feuer, unf zwar "sobald et Trömmelchen ging".

Geführt wird das bereits am Elften im Elften proklamierte Trifolium von Wilfried Kuckelkorn, der vor sechs Jahren als Jungfrau im Glessener Dreigestirn vertreten war. Unter dem Motto "Ob Dorfmittelpunkt oder Shopping vor den Toren, Glessen ist wie neu geboren" ziehen sie durch die Session, die ihren Höhepunkt am Sonntag, 19. Februar, mit dem Karnevalszug haben wird.

Quelle: KR 09.01.2012 (Print)

KR 31.12.2011

Die Menschen nehmen wie sie sind

Ulrike Berens bietet Senioren Lebensfreude und Hilfen im Alltag

Von DIETMAR FRATZ



Ulrike Berens gab ihren gut bezahlten Beruf auf, um künftig die Lebensqualität alter Menschen zu steigern. Unterstützt wird sie dabei, wenn gewünscht, von Labrador Marie und Dackel Biene. (Foto: Fratz)

Bergheim-Glessen. Marie und Biene sind ein ungleiches Paar. Der gemütliche Labrador und die wuselige Rauhaardackel-Dame sind die einzigen Mitarbeiterinnen in Ulrike Berens' junger Firma "Lebensfreude im Alter", die für Senioren mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen Lichtpunkte in den Alltag bringen will.

Oft haben die älteren Semester in Einrichtungen oder auch in ihrer Wohnung nicht die Möglichkeit, sich größere Wünsche zu erfüllen oder fühlen sich schlicht einsam. Berens spürt in Gesprächen den Wünschen und Nöten nach und sinnt gemeinsam mit den Betreuten auf Abhilfe. Oft nimmt sie dabei einen oder beide Hunde mit. "Da leuchten manche Augen schon auf, wenn die Hunde Bewegung in den Alltag bringen", weiß Berens, dass der Besuch der Hunde oft wie eine Seelenmassage wirkt.

Schon vor Jahren verspürte die 43-Jährige, seit einigen Monaten professionelle Seniorenbegleiterin das Bedürfnis, sich ehrenamtlich um Menschen im Altersheim zu kümmern. Als gelernte Hotelkauffrau verdiente sie später in der IT-Branche und im Marketing zwar nach eigener Einschätzung "viel Geld", hatte aber auch wenig Zeit. "Geld kann nicht alles sein im Leben", erkannte sie und suchte nach einem "erfüllten Leben trotz finanzieller Einschränkungen".

Den letzten Anstoß gab der gebürtigen Gelsenkirchenerin, die seit drei Jahren in Glessen wohnt ("Ich wollte aufs Land, auch wegen der Hunde, die ich liebe") ein doppelter Oberschenkelhalsbruch der Mutter. Bei deren Betreuung erfuhr sie vom bis dahin geheimen Lebenswunsch der Mutter: Einmal im Leben nach Amerika. Sie organisierte eine rollstuhltaugliche Rundreise durch die Staaten. Danach gab sie ihren Job endgültig auf.

Viele Kontakte ergaben sich danach zufällig oder durch Betreuungstätigkeiten in Seniorenheimen. So hatten Bekannte ein schlechtes Gewissen, weil sie sich eigentlich zu wenig um den Vater kümmern konnten. Ulrike Berens kam vorsichtig mit dem 86-jährigen Senior ins Gespräch. "Es muss passen, man muss sich sympathisch sein", ist ihre Bedingung. Schnell kristallisierte sich heraus, dass der alte Herr ein Jazz-Fan ist. Sie organisierte und begleitete Besuche zu Jazzkonzerten, die er sich nach ihren Vorschlägen ausgesucht hatte.

Oft sei es aber auch nur ein Spaziergang, der den Älteren zeige: "So trist muss der Alltag gar nicht sein". Abwechslung schafft auch ein Einkaufsbummel, ein Besuch im Café oder ein Computerkursus. "Ich höre gerne die Geschichten, die die Menschen von früher zu erzählen wissen", räumt Berens ein, dass sie durch ihre Arbeit auch für sich selbst ein Stück Lebensqualität erhält.

"Man muss die Menschen respektieren und so nehmen wie sie sind". Dazu gehöre auch, dass man an manchen Tagen bei dem Versuch, Menschen aus ihrer Lethargie zu holen, scheitere. Fehlende Perspektiven führten häufig zu Depressionen, gegen die man nicht immer ankomme.

Oft sind alltägliche Probleme zu lösen, wie "Papierkram, Arztkontakte oder verbummelte Zähne" zeigt die Seniorenbegleiterin das breite Betätigungsfeld auf.

Der Lohn ist neben frohen Gesichtern ein schmales Budget von monatlich 200 Euro, dass Demenzkranke für Zusatzbetreuung von der Krankenkasse bekommen. Daher ist Berens verstärkt auf private Aufträge angewiesen. "Sonst bleiben nur ein paar Stündchen im Monat. Das schafft nur schwer Vertrautheit", bedauert sie den Spagat zwischen den Bedürfnissen ihrer Kunden und der Tatsache, dass die junge Firma sie schließlich ernähren muss.

Bei privat betreuten Demenzkranken bietet sie ihre Hilfe auch kurzzeitig an, um die Angehörigen für ein paar Stunden zu entlasten. Prinzipiell legt Berens aber Wert auf individuelle und kontinuierliche Betreuung. "Das hat etwas mit Wertigkeit zu tun", begründet sie ihr Engagement.

Individuell werden auch Biene und Marie betreut, wenngleich sie am liebsten alles gemeinsam machen. 40 Kilometer, die die ehemalige Leichtathletin pro Woche joggend zurücklegt, machen beide trotz unterschiedlich langer Beine ebenso freudig mit wie die Besuche bei den Senioren.

www.lebensfreude-imalter.de

Quelle: KR 31.12.2011

KR 10.09.2011 - Klassik und Swing für Kirche und Bühne

Glessener Posaunenchor wurde vor 50 Jahren gegründet - Festkonzert zum Jubiläum

DIETMAR FRATZ



Der Glessener Posaunenchor probt konzentriert die Vortragsstücke für das Konzert zum seinem 50-jährigen Bestehen. (Foto: Fratz)

BERGHEIM. Das Ricercar von Palestrina steht. Zumindest die Noten sitzen. Und bis zum Konzert im Oktober hat der Posaunenchor Glessen noch mehrere Proben, in denen im Glessener Gemeindezentrum an Intonation und Dynamik gefeilt werden kann. Diesmal soll alles besonders gut klingen. Schließlich feiert der Posaunenchor mit dem Konzert sein 50-jähriges Bestehen.

Von den Gründungsmitliedern aus dem Jahr 1961 zählt zwar niemand mehr zum Blechbläser-Ensemble. Dennoch sind die meisten Mitspieler seit Jahrzehnten dabei. Senior Helmut Mischke (75), der die Tenorposaune spielt, feiert mit dem Konzert zwar sein 60-jähriges Musikerjubiläum, war allerdings früher in anderen Posaunenchören aktiv.

Über die Gründungsbesetzung ist nichts genaues mehr bekannt, außer dass Diakon K.-A. Linnemann der erste Leiter war. Nach einigen Wechseln übernahm Mischke 1984 die Leitung, bis er den Dirigentenstab 1998 an Bernd Kraus abgab, dem 2009 der heutige Leiter Helmut Kopp folgte.

Vier Trompeten und drei Posaunen bilden die aktuelle Besetzung, in der das jüngste Mitglied erst 22 Jahre alt ist. Entsprechend breit gefächert ist das Repertoire. Für das Jubiläumskonzert liegen klassische Werke ebenso auf den Pulten wie für den zweiten Teil moderne Arrangements. Eine Fuge von Bach erfreut durch einen eleganten Kopfeinsatz in der Bassposaune, dem sich die übrigen Instrumente nicht minder kultiviert nach und nach hinzugesellen.

Dann wird der Ton knackiger: Der "kleine grüne Kaktus" der Comedian Harmonists verlangt peppigere Rhythmen, die nicht auf Anhieb gelingen wollen. "Matthias hält das Tempo, und die Übrigen versuchen zu treiben. Das bringt das Stück nach vorne", belehrt Kopp und freut sich, dass die Maßnahme beim nächsten Durchlauf für den gewünschten Effekt sorgt. Kopp ist Profiblechbläser mit Schwerpunkt Trompete und betreut neben den Glessenern eine Big-Band und zahlreiche Schüler und Schulprojekte.

Trotz aller Konzentration herrscht ein lockerer Ton in der Probe. Kritik wird humorvoll verpackt und willig aufgegriffen. "Das ist Puppenstuben-Swing, was ihr da spielt", mahnt Kopp bei einem Spiritual-Satz augenzwinkernd knackigere Synkopen an.

Neben neu einstudierten Stücken will das Ensemble auch beliebte Stücke aus dem stehenden Repertoire präsentieren, die bereits bei den zahlreichen geistlichen und weltlichen Auftritten erklungen sind. Um als Chor auch auf Dauer spielfähig zu bleiben, werden Nachwuchsbläser seit diesem Jahr im Ensemble ausgebildet. Für Informationen steht der in Porz wohnende Dirigent Kopp unter der Rufnummer (0 22 03) 5 55 96 zur Verfügung.

Das Festkonzert, bei dem das klangvolle Ricercar den Auftakt bildet, findet am Sonntag, 16. Oktober, Beginn 17 Uhr, in der Niederaußemer Erlöserkirche statt. Einerseits, weil dort die Akustik besser sei, andererseits verstehen sich die Musiker als Ensemble für den ganzen Pfarrbezirk, zu dem Glessen, Niederaußem und Bedburg gehören.

Quelle: KR 10.09.2011

KStA 22.07.2011 - Die Badenden können wieder kommen

Privater Investor übernimmt das Fortunabad in Oberaußem - An diesem Samstag wird es eröffnet

VON DENNIS VLAMINCK



Letzte Vorbereitungen im Fortunabad. Das Freibad öffnet am Samstag um zehn Uhr - obwohl es für immer geschlossen werden sollte. BILD: VLAMINCK

Bergheim-Oberaußem. Das Edelstahlbecken blitzt, und das Wasser ist wieder kristallklar. Seit einigen Tagen wird die Außenanlage des Fortunabads in Oberaußem auf Hochglanz gebracht. Vor ein paar Wochen noch schwammen hier ein Müllcontainer und Plastikstühle im trüben Wasser. Weil der Stadt Bergheim das Geld fehlt, sollten sowohl dieses Freibad als auch das Sportparkbad in diesem Sommer nicht mehr öffnen. Lediglich das Oleanderbad in Quadrath-Ichendorf wäre den Bergheimer Schwimmern geblieben, bis in fünf Jahren wie geplant ein Zentralbad öffnet.

Doch in Oberaußem sind ab Samstag, 23. Juli, 10 Uhr, wieder die Schwimmmeister im Einsatz. Investor Harry Keller macht aus dem Fortunabad das Fortunaland - zahlreiche Attraktionen wie ein Klettergarten, eine Bocciabahn oder ein Hockeyfeld sollen in Oberaußem Freizeiterlebnisse schaffen, die Menschen aus dem weiteren Umkreis anlocken. Noch fehlen die Geräte, aber in den nächsten Wochen sollen die ersten errichtet werden, darunter ein "Wackelpudding", eine Art Hüpfburg, oder auch eine Kettcarbahn.

Gerade erst bestanden

Erst vor einigen Wochen fiel in den politischen Gremien die Entscheidung zugunsten des Investors, der sein Projekt eines Erlebnis- und Spielelands unter anderem schon in Duisburg vergebens angeboten hatte. Seit dem Zuschlag in Bergheim ist hinter den Kulissen emsig gewerkelt worden, um das Bad pünktlich zum Ferienbeginn öffnen zu können. Harry Keller etwa hat erst am Donnerstag eine Prüfung vor der IHK bestanden, dank derer er die Konzession für den Badbetrieb erhält. Gereinigt wurden Becken und Grünanlagen von Freunden Kellers - und von einer Gruppe Niederaußemer, die sich voriges Jahr gegen die Schließung des Fortunafreibads starkgemacht hatte und nun mitanpacken wollte. "Wir haben in der Kürze der Zeit viel geleistet", teilt Keller per Pressemitteilung mit.

"Wir standen vor der Wahl, dass das Bad entweder geschlossen bleibt oder dass wir den Bürgern ein geöffnetes Bad mit Einschränkungen anbieten - wir haben uns für die letzte Alternative entschieden", sagt Volker Mießeler, Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung. Angesichts der Tatsache, dass entgegen allen Erwartungen ein weiteres Bad in Bergheim öffne, sei es zu vernachlässigen, wenn noch nicht alle Schlösser in den Spinden ausgetauscht seien.

Die Überlassung des Bads an einen Investor wird von vielen Politikern kritisch beäugt. Die Grünen etwa beklagen ein "ungutes Bauchgefühl". Die Bonität Kellers sei nicht ausreichend belegt, sagt Marianne Rzadki (Grüne). Zudem befürchtet sie, dass mit dem Entschluss für das Fortunabad zugleich auch schon eine Entscheidung zugunsten eines Zentralbads an gleicher Stelle gefällt sei. Auch die SPD hat Zweifel, ob das Bad bei Keller in guten Händen ist. Man fürchte Schaden für die Stadt. "Auch wir haben Zweifel", sagt Helmut Tillmanns (bma). "Aber wenn wir es nicht ausprobieren, werden wir nie erfahren, ob es eine richtige Entscheidung war."

Keller jedenfalls ist dem Vernehmen nach bisher noch nicht erfahren im Betrieb von Bädern. Er ist im Bereich Fitness- und Ernährungstraining sowie Sicherheit tätig und soll rund 25 Mitarbeiter beschäftigen. Noch zahlt Keller laut Mießeler keine Pacht, "damit er überhaupt eine Chance hat, Gewinne zu erwirtschaften".

Das Bad soll täglich von 10 bis 20 Uhr öffnen, Frühschwimmer können es montags, mittwochs und freitags von 8 bis 10 Uhr nutzen. Erwachsene zahlen fünf Euro, Kinder und Jugendliche von zwei bis 16 Jahren vier Euro. Die Preise werden jedoch steigen, wenn mehr Attraktionen errichtet sind.

Quelle: KStA 22.07.2011 und KStA 25.07.2011

KStA 04.05.2011 - Erosionsschutz an der Straße Sommerhaus fertig

Der Hang ist jetzt wieder sicher

Böschung wird begrünt - Sperrung kann aufgehoben werden

VON MARKUS CLEMENS



Der Hang an der Straße "Sommerhaus" in Glessen ist jetzt sicher, mit weiteren Erdrutschen sei nicht zu rechnen. (Bild: Clemens)

Bergheim-Glessen. Schon mehrfach war von dem steilen Hang an der Glessener Straße "Sommerhaus" Erdreich in die Tiefe gerutscht. "Besonders nach starken Regenfällen hatten wir gleich mehrfach Probleme", erklärte Dieter Flatten von den Bergheimer Stadtwerken gestern vor Ort. Am 15. Februar hat ein Unternehmen dort damit begonnen, den Hang dauerhaft zu sichern. Im Laufe der Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Flatten betonte weiter, dass ein Abrutschen des Gesamthanges nicht zu befürchten war. "Dennoch gab es natürlich Sorgen der Anwohner." Doch nun dürfte der Hang für die nächsten Jahrzehnte sicher sein. Ein auf Felssicherung spezialisiertes Unternehmen hat dort eine Erosionsschutzmatte eingebaut und daraufliegend ein Drahtgewebe angebracht, das von sechs Meter langen Erdankern gehalten wird.

Weiden- und Haselsträucher

In den kommenden Tagen nun werden Grassamen mit einem hydraulischen Anspritzverfahren aufgebracht und anschließend 200 Weiden- und Haselsträuche hineingesetzt. In spätestens einem Jahr dürfte der Hang wieder derart begrünt sein, dass die Matte komplett verschwunden sein wird. "Dieses System hat sich seit Jahren schon bei der Sicherung von Felsen bewährt", sagte Uwe Tscherner von der Firma Secrock-Felssicherung. Insgesamt kosten die Sanierungsarbeiten 250000 Euro. Die Straße "Sommerhaus", die seit einigen Monaten lediglich von den Anwohnern befahren werden kann, wird dann auch dem Durchgangsverkehr wieder zur Verfügung stehen. Die Befürchtungen, die die Anwohner wegen des steilen Hanges gleich vor ihrer Türe hatten, dürften nun für "20 oder 40, wahrscheinlich aber 50 oder 60 Jahre" aus der Welt sein, betont Tscherner. Schließlich wurden sie durch zahlreiche Erdrutsche in Atem gehalten.

Erde abgerutscht

Neben zahlreichen kleineren Abgängen sind einmal 50 Kubikmeter in die Tiefe gerutscht. Ende Januar des vergangenen Jahres ist Erde auf einer Breite von fünf Metern - wahrscheinlich in Folge des Frostes - abgerutscht. Diese kleineren, "oberflächigen Erdrutsche" soll es in Zukunft nun nicht mehr geben.


Quelle: KStA 04.05.2011 (Print) - http://www.ksta.de/html/artikel/1304334272747.shtml

Siehe auch KR v. 05.05.2011:

Böschung an der Straße Sommerhaus wurde mit Ankern und Drahtmatten gesichert.

370 Anker, jeder sechs Meter lang und mit einer Tragkraft von mehr als zehn Tonnen ausgelegt, wurden fast waagerecht in den Boden mit Beton eingegossen. An den herausstehenden Enden wurden verzinkte Drahtmatten verschraubt, unter die eine Erosionsschutzmatte zur weiteren Befestigung der oberen Erdschichten verlegt wurde, wie Uwe Teschner von der Spezialfirma aus dem Sauerland erläuterte. "Das Material sollte mindestens 80 Jahre halten", merkte der Ingenieur an, dessen Unternehmen mit der Technik üblicherweise Felseinschnitte oder felsige Baugruben sichert.

Mehr: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1296685135056.shtml

KStA 21./22.04.2011 - BP 220 GN - Gartentor wird zugemauert

EINKAUFSMÄRKTE Lärmschutzwand soll an Grundstücksgrenze von Anwohner stehen

VON DENNIS VLAMINCK

Direkt vor das Gartentor von Sohn Raphael, Vater Winfried und Mutter Lupe Kleinekarhoff soll eine Lärmschutzwand gesetzt werden. BILD: VLAMINCK

Bergheim-Glessen. Die ersten Baucontainer stehen schon da, und so langsam wird für Winfried Kleinekarhoff eine unangenehme Vorstellung konkret: Wenn das Nahversorgungszentrum am Glessener Ortsrand gebaut wird, entsteht zugleich eine zwei Meter Lärm- und Sichtschutzwand - gleich vor seiner Grundstücksgrenze. "Unser Haus können wir dann nicht mehr durch das Gartentor vor der Haustür erreichen, sondern müssen hinten herum an der Garage vorbei", sagt Kleinekarhoff. "Man kann uns doch nicht einfach zumauern."

So ganz hat sich der Glessener, der bisher frei von Nachbarn im Feld an der Brauweilerstraße gewohnt hat, noch nicht mit dem Gedanken angefreundet. Obwohl schon seit vorigem Sommer mit Rechtskraft feststeht, dass ein Investor hier zwei Einkaufsmärkte, einen Bäcker und eine Apotheke ansiedeln will, hat Kleinekarhoff erst jetzt ein so genanntes Normenkontrollverfahren angestrengt. Das Oberverwaltungsgericht in Münster soll prüfen, ob der Bebauungsplan korrekt aufgestellt wurde.

Kleinekarhoff glaubt, dass das Lärmgutachten "schöngerechnet" wurde. "60 Dezibel müssen eingehalten werden, das Gutachten geht von 59,4 Dezibel aus." Ihn stört auch die Gestaltung der Zufahrt zu den rund 160 Parkplätzen an seinem Haus vorbei.

"Es wird keinen Fußweg geben, das heißt, meine beiden Kinder müssen über diese Zufahrt zur Bushaltestelle gehen."

Verlässt die Familie demnächst mit dem Auto das eigene Grundstück, werden sie gezwungen sein, erst einmal nach rechts Richtung Brauweiler zu fahren. "Ein Gebotsschild wird das Abbiegen nach links in den Ort verbieten", sagt Kleinekarhoff. Den Hinweis, er könne ja die zweite Zufahrt auf das Gelände nutzen, lässt er nicht gelten. "Der Parkplatz ist nur von 7 bis 21.30 Uhr geöffnet - und was machen wir außerhalb dieser Zeit?"

Kleinekarhoff hofft nun auf Nachbesserungen. "Vielleicht lässt sich die Lärmschutzmauer ja noch etwas versetzen." Bei der Stadtverwaltung gibt man sich angesichts des Normenkontrollverfahrens zurückhaltend. "Wir kennen die Begründungsschrift des Anwohners nicht und können uns daher nicht dazu äußern", sagt der Technische Beigeordnete Niels-Christian Schaffert. Er gehe aber davon aus, dass sowohl im Rathaus als auch bei den beauftragten externen Büros einwandfrei gearbeitet worden sei. Zudem habe man im Verfahren auch auf die Anregung von Anwohnern hin Korrekturen vorgenommen. Vermutlich werde noch vor Ostern die Baugenehmigung erteilt. "Ich finde es allerdings seltsam, dass ein Anwohner so lange nach der Rechtskraft des Bebauungsplans das Verfahren in Frage stellt."

Quelle: KStA 21./22.04.2011 (Print)

Rundschau 19.03.2011 - Landstraße 91

Straße muss bis Sommer warten

Von Dietmar Fratz

Die Schlaglöcher auf der Landstraße 91 zwischen Glessen und Oberaußem werden täglich größer. Für die nächsten Monate kann der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW keine Linderung in Aussicht stellen.



Die Schlaglöcher in der Landstraße 91 bei Glessen werden ständig größer. Über eine Strecke von zwei bis drei Kilometern werden Reifen und Stoßdämpfer enorm belastet. (Bild: Fratz)

BERGHEIM-GLESSEN Die Schlaglöcher auf der Landstraße 91 zwischen Glessen und Oberaußem werden täglich größer. Beim Durchfahren der durch den Frost entstandenen Fahrbahnschäden nehmen die Fahrzeuge auf der stark befahrenen Straße laufend neu abgeplatzte Asphaltteile mit. Und für die nächsten Monate kann der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW den Stoßdämpfern und Reifen sowie deren durchgeschüttelten Besitzern keine Linderung in Aussicht stellen.

Die Straße steht seit kurzem in der Bedarfsliste für eine Komplettsanierung, da die ebenfalls großflächige Ausbesserung auf fast der ganzen Strecke zwischen den beiden Bergheimer Stadtteilen keine dauerhafte Lösung darstellte. Zwar haben die reparierten Flächen bislang gehalten und die Löcher entstanden in den bislang nicht reparierten Abschnitten, dennoch sind auch für die Folgejahre ohne einen Neuaufbau der Fahrbahn wieder Frostschäden zu erwarten.

„Durch die Vernachlässigung des Straßennetzes aufgrund von knappen Haushaltsmitteln dringt bei vielen Fahrbahnen Wasser durch die Decke in den Unterbau. Der Frost ruft dann die enormen Schäden hervor“, beschreibt Bernd Aulmann vom Landesbetrieb die Misere, von der längst nicht nur die L 91 betroffen sei.

Wenn die Komplettsanierung wie beantragt als Einzelmaßnahme zum Zuge kommt, ist mit einem Beginn der Arbeiten im Herbst zu rechnen - wenn die Mittel reichen, die wegen des zurzeit gesperrten NRW-Haushalts noch gar nicht zur Verfügung stehen. Wenn die Straße in der Prioritätenliste zu weit unten einsortiert wird, geht die Behebung der Schäden in eine Sammelreparaturliste ein, die im Sommer abgearbeitet werden soll.

„Verkehrsgefährdende Straßenzustände werden natürlich umgehend abgestellt“, versichert Aulmann. „Die Vernachlässigung der Straßen rächt sich jetzt“, weist der Landesbetrieb-Mitarbeiter auf die seit Jahren zu knapp bemessenen Mittel für Wartung und Erneuerung hin. Ein schwacher Trost für die täglichen Nutzer der Strecke, denen die Fahrt zwischen Glessen und Oberaußem wohl noch ein ganzes Weilchen zum Ärgernis gereichen wird.

www.rundschau.de

Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 489 vom 1. Februar 2011 der Abgeordneten Rita Klöpper CDU - Drucksache 15/1246:

Ortsumgehung Bergheim-Glessen

Wie beurteilt die Landesregierung das Vorhaben L91n/L213n?

Der Umgehungsstraßenzug L 91n/L 213n wurde in der von der Bürgerwerkstatt im Jahr 2010 vorgeschlagenen neuen Form nicht in der Integrierten Gesamtverkehrsplanung Nordrhein-Westfalen von 2005 untersucht.

Wird sie den Umgehungsstraßenzug in den Landesstraßenbedarfsplan aufnehmen?

Vor dem Hintergrund der notwendigen Mittelumschichtung in die Straßenerhaltung und der starken Auslastung des Landesstraßenbauprogramms ist eine Neuaufnahme zusätzlicher Maßnahmen in den Landesstraßenbedarfsplan derzeit nicht vorgesehen.

Wenn nicht: Wird die Landesregierung die zügige Schaffung eines Kreisverkehrsplatzes an der Kreuzung Brauweilerstraße (L 213)/Zum Gut Neuhof (L 91) einplanen, wie es die Bürgerwerkstatt als kurzfristig umzusetzende Entlastungsmaßnahme vorgeschlagen hat?

Nach Landesplanungsgesetz entscheidet der zuständige Regionalrat der Bezirksregierung Köln bei Projekten dieser Art über die Dringlichkeitsreihung der Realisierung. Der bislang nachrangige Rang 25 dieser Kreisverkehrsanlage wäre entsprechend zu verbessern.

Drucksache 15/1448 v. 08.03.2011- Ausgegeben: 11.03.20011 (pdf)

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD15-1448.pdf

Stadtanzeiger 25.02.2011 - Hang wird jetzt gesichert

SOMMERHAUS Erdanker sollen Erdrutsche künftig vermeiden

Von Dennis Vlaminck



Weil sich in den vergangenen Jahren immer wieder Erdreich gelöst hatte, wird der Hang in Glessen nun gesichert. BILD: VLAMINCK

Bergheim-Glessen. Große Planen decken die kahle Erde ab, ein Kettenfahrzeug treibt Erdanker schräg in die Böschung: Der Hang an der Straße "Sommerhaus" in Glessen, an dem in den vergangenen Jahren mehrmals Erdreich abgerutscht war, wird zurzeit von Grund auf saniert und gesichert.

Im Auftrag der Stadtwerke Bergheim hat eine Firma die Böschung gerodet, seit einigen Tagen werden bis zu sechs Meter lange Erdanker in die Erde gebracht. "Danach erhält der Hang zur Stabilisierung eine Schutzmatte mit einem darüber liegenden Geflecht aus verzinktem Stahldraht", erläutert Dieter Flatten von den Stadtwerken. Zum Abschluss der Arbeiten werden wieder Pflanzen auf die Böschung gesetzt.

Laut Gutachtern soll die Standfestigkeit des Hangs nicht gefährdet sein, doch sei nicht auszuschließen, dass sich oberflächlich immer wieder Erdreich löst und abrutscht. Bei solch "oberflächlichen Erdrutschen" hatten sich in der Vergangenheit jedoch durchaus beträchtliche Mengen Erde gelöst. Ursprünglich waren zwei Sanierungsabschnitte geplant. "Auf den zweiten werden wir nach Absprache mit der Firma nun aber verzichten", sagt Flatten.

Stattdessen sollen die Arbeiten jetzt schon in den Kurvenbereich am Fuß des Hangs ausgeweitet werden. Dadurch fallen nun rund 20 000 Euro Mehrkosten an. Insgesamt kostet die Sanierung dann 230 000 Euro. "Mit einem zweitem Abschnitt wäre es teurer geworden", sagt Flatten.

Die Mitte Februar begonnenen Arbeiten werden voraussichtlich rund zwei Monate dauern. Eine Vollsperrung der Straße "Sommerhaus" sei dabei nicht zu vermeiden, teilen die Stadtwerke Bergheim mit. Der Anliegerverkehr aus Richtung Sportplatz kommend wird über den Höhenweg umgeleitet, und die Einbahnregelung der Straße "Sommerhaus" wird im dem Stück zwischen Höhenweg und Brauweiler Straße während der Bauzeit aufgehoben, sodass von der Brauweiler Straße aus die am Fuß des Hangs gelegenen Grundstücke erreicht werden können.

Stadtanzeiger 18.01.2011 - Schlaglöcher

Im Zickzack über die Landstraße

Von Dennis Vlaminck



Das gleiche Bild wie 2010: Schlaglöcher durch Frost im Asphalt der Landstraße zwischen Oberaußem und Glessen. (Archivbild: Vlaminck)

Auf der Landstraße 91 zwischen Oberaußem und Glessen ist wieder Zickzackfahren angesagt: Erneut hat der strenge Frost Schlaglöcher in die Fahrbahn gerissen. Provisorisch aufgestellte Schilder warnen vor „Straßenschäden“.Das gleiche Bild wie 2010: Schlaglöcher durch Frost im Asphalt der Landstraße zwischen Oberaußem und Glessen. (Archivbild: Vlaminck)Bergheim Auto- und Motorradfahrer umkurven die schadhaften Stellen und kommen dabei dem Gegenverkehr oder dem Seitenstreifen nahe. Dabei ist es gerade erst genau ein halbes Jahr her, dass die Landstraße nach den schweren Frostschäden im vorigen Winter mit viel Aufwand geflickt wurde. 50 000 Euro kostete die Ausbesserung auf der etwas mehr als drei Kilometer langen Strecke. An den schadhaften Stellen war mit schwerem Gerät die Deckschicht abgefräst und durch eine neue Asphaltschicht ersetzt worden. Grundlegende Sanierung

Schon damals hatte sich der Niederlassungsleiter der Straßenmeisterei in Bergheim, Ralph Schröter, eine grundlegende Sanierung der Straße gewünscht, die zu den vom Frost am stärksten geschädigten Strecken gehörte. Dafür reichte jedoch das Geld nicht.

„Wir haben eine ähnliche Problematik wie im vorigen Jahr“, sagt Schröter. Die meisten Schäden seien jedoch „optischer Natur“. „Der Dünnschichtbelag ist abgeplatzt, das stellt keine Verkehrsgefährdung dar.“ Der Streckenwart sei unterwegs, um die tieferen Schäden notdürftig zu beheben.

Noch stehe nicht fest, wann die anderen Schlaglöcher repariert würden. „Wir müssen die Frostperiode abwarten, dann erst werden die Haushaltsmittel für dieses Jahr bewilligt, und nach deren Höhe werden wir eine Prioritätenliste aufstellen“, sagt Schröter.

Auch in diesem Jahr wäre eine grundlegende Sanierung der Landstraße wünschenswert, doch hänge dies wieder davon ab, wie viel Geld bewilligt werde. Eine komplette Erneuerung der Straße würde nach früheren Schätzungen mit rund 350 000 Euro zu Buche schlagen.

www.ksta.de

Kölnische Rundschau 18.01.2011 - Schlammfluss

Ein zäher Brei ging zu Tal

Von Dietmar Fratz

Eine Mure, wie man sie eigentlich nur aus Bergregionen kennt, hat sich in den vergangenen Tagen über einen Waldweg im Naturschutzgebiet Liebesallee ergossen: Das Tauwetter und der ergiebige Regen brachten das Erdreich in Bewegung.

Foto Ritter

So etwas gibt es eigentlich nur in Bergregionen: Eine Mure hat sich über einen Waldweg im Naturschutzgebiet bei Glessen ergossen. (Foto: Ritter)

Bergheim-Glessen Eine Mure, wie man sie eigentlich nur aus Bergregionen kennt, hat sich in den vergangenen Tagen über einen Waldweg im Naturschutzgebiet Liebesallee bei Glessen ergossen, wie Horst Engel, Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Pulheimer Bach, mitteilt.

Der zähe Brei aus Wasser, faustgroßen Gesteinsbrocken, Lehm und Löss war im Zuge des Tauwetters und der ergiebigen Niederschläge in der vergangenen Woche von der Glessener Höhe und den Ackerflächen oberhalb des Weges zu Tal geflossen.

Auf dem Weg, der vom Glessener Feuerwehrhaus vorbei an Gut Neuhof zur Glessener Höhe hinauf führt, hat das durch Wasserkraft in Bewegung gebrachte Erdreich ausgespülte Rinnen und Schlammmassen von ?unglaublicher Tiefe hinterlassen, wie Engel berichtet. "Im flacheren Teil des Weges haben sich die Wassermassen in einem breiten Schwemmfächer ausgebreitet", beschreibt Engel das Ungemach, das die Mure hinterlassen hat. Fachleute bezeichneten das Ereignis als "schießend turbulenten Abfluss von Wassermassen, die oben auf dem Feld gestanden haben".

Schon häufiger hätten die Mitarbeiter des Verbands in der Vergangenheit den benachbarten Quellbach von eingeflossenem Erdreich freischaufeln müssen. "Diese Mengen habe ich aber noch nie erlebt", berichtet Engel von mehreren Tonnen Löss, die sich ihren Weg in den Bach gesucht hätten. Von den zwei Durchlässen am Hochwasserschutzdamm, die den Abfluss des Baches regelten, sei einer komplett verstopft. Er soll in den nächsten Tagen ausgeräumt und gereinigt werden. "Im Moment erwarten wir nicht viel Regen, daher reicht der verbliebene Durchlass im Moment bequem aus", beruhigt Engel.

Stadtwerke wollen sich kümmern.

Durch hohe Investitionen, mit denen die Städte Bergheim und Pulheim in den vergangenen Jahren den Hochwasserschutz des Verbandes am Glessener Baches unterstützt hätten, sei eine Flut, im Unterschied zur angespannten Situationen an anderen Gewässern, ausgeblieben.

Bei den Bergheimer Stadtwerken konnte man sich noch kein genaues Bild von der Situation machen. "Wir werden uns umgehend darum kümmern", versprach Stadtwerke-Mitarbeiter Dieter Flatten auf Nachfrage. Es hänge aber auch von der Wetterlage ab, wie schnell der Weg ausgebessert werden könne.

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